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Für das Ende Juni durch einen Wassereinbruch zerstörte Labor des Instituts für Biopharmazeutische Technologie will die Fachhochschule Gießen-Friedberg schnell Ersatz finden.

Eine erste Bilanz hat ergeben, dass die Renovierung des einstöckigen Flachbaus nicht möglich ist. Sachschäden an Laborgeräten belaufen sich auf 350.000 Euro.

Der Schaden, der dadurch entstanden ist, dass zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte abgebrochen werden mussten, lässt sich schwer beziffern. Die überwiegend weit fortgeschrittenen Experimente müssen neu gestartet werden. Der Hochschule ist es teilweise gelungen, externe Labore zu finden, in denen das kurzfristig möglich ist. Nach Schätzungen von FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit alle Projekte weiterlaufen und in neun Monaten wieder auf dem Stand vor dem Wassereinbruch sein. Die Drittmittel der Auftraggeber werden dann wieder fließen. Die zwischenzeitlichen Kosten – vorwiegend für Personal – schätzt Grabatin auf 450.000 Euro. „Zusammen mit den Wiederbeschaffungskosten für Geräte brauchen wir also kurzfristig 800.000 Euro. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat uns unbürokratische Hilfe versprochen. Wir werden darüber noch heute Gespräche in Wiesbaden führen“, kündigte der Präsident an.

Deutlich teurer wird eine dauerhafte Lösung für das Labor. Den notwendigen Neubau mit einer Laborfläche von 700 Quadratmetern sowie Büros will die FH in der Gutfleischstraße errichten. Die Kosten betragen 8 Millionen Euro. Auch hierüber will der Präsident mit dem Ministerium verhandeln. Der Neubau, sagte Grabatin, könne bereits im nächsten Sommersemester fertig sein. Das sei ein ambitioniertes Ziel und nur zu erreichen, wenn rasche Entscheidungen fielen und keine unvorhergesehenen Verzögerungen aufträten.

Entwarnung glaubt Grabatin für die Lehre geben zu können. Er erwarte, dass man im kommenden Wintersemester alle geplanten Lehrveranstaltungen anbieten könne, so dass es nicht zu Verzögerungen im Studienablauf kommen werde. Nach Gesprächen mit den beiden mittelhessischen Universitäten und Firmen aus der Region könne das Institut für Praktika in deren Labore ausweichen. Die betroffenen Studentinnen und Studenten will der Präsident gemeinsam mit Prof. Dr. Harald Platen, dem Dekan des Fachbereichs Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie, in der nächsten Woche in einer Vollversammlung über die Organisation der Lehrveranstaltungen des Wintersemesters informieren.