Prof. Dr. Boris Keil konzentriert sich im Rahmen der Transfer-Professur auf "Brainmapping Technology", das heißt auf hochpräzise MRT-Verfahren zur Erforschung von Hirn und Nervensystem. Foto: THM„Brainmapping Technology“: So heißt die LOEWE-Transfer-Professur, mit der das Land Hessen die Verwertung der Forschung von Prof. Dr. Boris Keil unterstützt. Der Experte für bildgebende MRT-Verfahren vom Fachbereich Life Science Engineering der THM arbeitet an der Weiterentwicklung der Magnetresonanztomographie (MRT) zur hochpräzisen Abbildung des menschlichen Gehirns und Nervensystems.

Seit Anfang des Jahres leitet Prof. Keil als wissenschaftlicher Projektkoordinator den neuen Schwerpunkt „Advanced Medical Physics in Imaging and Therapy“ (ADMIT), der im Rahmen der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) eingerichtet wurde. Thematisch eng damit verknüpft ist das Vorhaben, mit dem er die Jury bei der Bewerbung um die LOEWE-Transfer-Professur überzeugte. Die Förderung beläuft sich auf insgesamt eine Million Euro und hat eine Laufzeit von fünf Jahren, ein Fünftel der Summe steuert die Technische Hochschule Mittelhessen aus Haushaltsmitteln bei.

Keils Forschungsgruppe ist als einziges europäisches Team am „Human Connectome Project“ beteiligt. Dabei handelt es sich um eine Initiative aus den USA, die sich unter Federführung der Harvard University auf neue Scanning-Ansätze konzentriert, um das menschliche Gehirn umfassend zu kartieren und dessen Funktionsweisen zu verstehen.

Der Wissenschaftler will die zusätzlichen Möglichkeiten nutzen, die ihm die Transfer-Professur bietet, um sowohl die wirtschaftliche Wertschöpfung seiner Forschungsarbeiten voranzubringen als auch Anwendungsgewinne für Medizin und Allgemeinheit zu erzielen. Entsprechend versteht er als Adressaten des forcierten Transfers Industrie, Klinik und Gesellschaft. Da die Erforschung und Realisierung der gerätetechnischen Innovationen in enger Verbindung mit der klinischen Erprobung verlaufen muss, hat das kontinuierliche Management des Austauschs eine Schlüsselrolle für den Erfolg. Deshalb soll ein Teil des Förderbetrags der Brainmapping Technology-Professur in die Schaffung einer Managementstelle für Transfer an der Schnittstelle von Forschungsteam, Industrie und Klinik fließen.


„Die Bewilligung der Transfer-Professur aus dem Landesprogramm LOEWE bestätigt erneut die Forschungsstärke der THM und eröffnet zugleich Perspektiven, unsere Leistungen auf diesem Fachgebiet noch gezielter in konkrete Anwendungen zu überführen. Ich gratuliere Prof. Boris Keil sowie dem THM-Referat Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs zu dem bedeutenden Erfolg, der auf unsere gesamte Hochschule ausstrahlt", kommentiert THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems den Bescheid aus Wiesbaden.

Prof. Dr. Boris Keil kam 2016 von der Harvard Medical School, wo er Assistant Professor in Radiology gewesen war, an die Technische Hochschule Mittelhessen. Seitdem vertritt er dort am Fachbereich LSE in Lehre und Forschung das Fachgebiet Magnetresonanz-Bildgebung. An der THM gehört er dem Kompetenzzentrum für Biotechnologie und Biomedizinische Physik sowie dem Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz an. Seine vielfach geförderten, international vernetzten Forschungsprojekte befassen sich mit anwendungsorientierten Hardware-Entwicklungen und der Methodenentwicklung für MRT-Bildgebung.