Versuchdurchführung bei der VakuumschuleViele bewährte Alltagsprodukte verdanken wir der Herstellung im luftleeren Raum. Mineralwasserflaschen aus Kunststoff können die Kohlensäure halten, weil sie im Vakuum mit einer unsichtbaren Schicht aus Siliziumoxid präpariert werden. Musikgenuss per Compact Disc, Fernsehen mit modernem Flachbildschirm oder die Haltbarkeitsgarantie für bestimmte Lebensmittel wären ohne die Vakuumtechnik nicht möglich.

Mit dem Wachstum der Anwendungsfelder und der Innovationsgeschwindigkeit nimmt auch der Qualifikationsbedarf in der Industrie zu. Deshalb bieten die Fachhochschule Gießen-Friedberg und die FH Frankfurt unterstützt von der Deutschen Vakuum-Gesellschaft seit den 90er Jahren gemeinsam ihre „Schule für Vakuumtechnik“ an. An diesem fünftägigen Weiterbildungsprogramm, das vakuumtechnische Grundlagenkenntnisse vermittelt, nahmen jetzt 25 Interessierte – darunter vor allem Ingenieure und Techniker – aus ganz Deutschland teil. Der Kurs schulte sie im Umgang mit Standardgeräten und mit neuen Verfahren. Die Teilnehmer werden die erworbene Kompetenz in ihren Unternehmen, z.B. in der Produktion, einsetzen.

Die Veranstaltung begann mit einführenden Vorträgen in Frankfurt. Im Anschluss standen verschiedene Versuchsanordnungen in den Laboren der beiden Hochschulen für die praktische Arbeit zur Verfügung. Unter Anleitung erfahrener Hochschullehrer – an der FH Gießen-Friedberg waren das die Professoren Dr. Wolfgang Jitschin, Dr. Hans-Justus Eifert und Dr. Klaus-Jürgen Kügler - und qualifizierter Praktiker konnten die Teilnehmer an drei Tagen zum Beispiel Versuche zur Wärmeleitung und Viskosität von Gasen und zur Beschichtungstechnik ausführen. Außerdem hatten sie Gelegenheit, mit Druckmessgeräten, Massenspektrometern und Turbomolekularpumpen zu experimentieren. Vorträge zu Themen wie „Anwendungen von Vakuumtechnik in Wissenschaft und Industrie“ beschlossen das Seminar in Gießen.