Kai Rusche (links) und Christian Runkel präsentierten Zwischenergebnisse des Projekts "NedosHessen". Daneben (von links) THM-Vizepräsident Prof. Frank Runkel, Staatssekretärin Petra Müller-Klepper und Projektleiterin Prof. Erdmuthe Meyer zu Bexten.Im Rahmen der Aktionswochen Forschung der Hessischen Landesregierung hat die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, ein Forschungsprojekt zur Verbesserung der Notfallversorgung besucht. Die Hessische Landesregierung fördert das Vorhaben im Rahmen seines Programms „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (LOEWE) mit rund 500.000 Euro bis 2014.

„Bei einem Notfall zählt jede Minute bei der Versorgung eines Patienten. In Gießen wird deshalb derzeit ein Verfahren entwickelt, bei dem bereits vor dem Eintreffen der professionellen Rettungskräfte hilfesuchende Anrufer bei einer Leitstelle erste Soforthilfemaßnahmen unter Anleitung eines Rettungsdienstmitarbeiters einleiten können. Das Vorhaben ist somit ein wichtiger Beitrag, die Notfallversorgung in Hessen zu optimieren und weiterzuentwickeln“, so Müller-Klepper.

Seit 2012 arbeitet das Gießener Blindenzentrum der Technischen Hochschule Mittelhessen gemeinsam mit dem Institut für Patientensicherheit im Rettungswesen in Erbach und dem Unternehmen medDV in Gießen an dem Verbundprojekt „NedosHessen“ (NotfallEinsatzDokumentations- und ControllingSystem Hessen). Das Projekt beinhaltet zudem die Entwicklung eines standardisierten Schulungskonzeptes für Rettungskräfte, bei dem E-Learning- und Selbstlernelemente eingesetzt werden, Trainings mithilfe von High-End-Patientensimulatoren und eine interaktive Software, die die Rettungseinsätze dokumentieren und im Rahmen eines Controlling Systems auswerten kann.

Wie Müller-Klepper hervorhob, sei die gesetzlich festgeschriebene 10-minütige Hilfsfrist in Hessen die kürzeste aller Flächenbundesländer und sorgt dafür, dass in der Regel zwischen Anruf und Eintreffen des Rettungswagens nicht mehr als 10 Minuten vergehen. „Eine frühzeitige Versorgung erhöht die Überlebenschancen und verbessert die Heilungsprognose. Aber auch die hohen Standards in Aus- und Fortbildung der Rettungskräfte sind eine wichtige Voraussetzung für eine gut funktionierende Notfallversorgung. Die innovativen Lösungen aus der hessischen Forschung, die gut mit außeruniversitären Einrichtungen und der Wirtschaft vernetzt ist und somit praxisnah arbeitet, helfen dabei, diesen Herausforderungen im Gesundheitsbereich zu meistern“, so Müller-Klepper.

Gießen, 10. Juni 2013