Den Anforderungen der industriellen Praxis stellten sich Studierende des Maschinenbaus bei einem Kooperationsprojekt der FH Gießen-Friedberg mit der Karl Mayer Textilmaschinenfabrik. Ihr Auftrag war es, für den Produktionsbereich Spitze und Gardine eine Einrichtung zu konstruieren, die den Transport der Maschinen entlang der Montagelinie ermöglicht.
Zur Lösung der Aufgabe, für die sie ein Semester Zeit hatten, bildeten die angehenden Maschinenbau-Ingenieure elf Teams. Sie wurden dabei von Prof. Dr. Martin Sting vom Friedberger Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie betreut. Als Einführung in die Projektarbeit stellte ihnen Christian Botschek, Montageleiter der Sparte Spitze und Gardine, bei einer Werksbesichtigung in Obertshausen das Unternehmen und die produktionstechnischen Anlagen vor.
In der Folgezeit entwickelten die Teams ihre Lösungskonzepte. Erwartet wurde von ihnen die Konstruktion einer Vorrichtung, mit der bis zu 9000 Kilogramm schwere Maschinen um maximal 150 Millimeter angehoben, transportiert und auf nivellierten Flachen wieder positioniert werden können. Dabei sollten sie vorhandene Schienenstränge nutzen, auch das Kippen der jeweiligen Maschine zum Ablassen von Öl ermöglichen sowie auf Sicherheit und Unempfindlichkeit gegenüber Verschmutzung achten. Um das zu leisten, mussten sich die Drittsemester mit Hydraulikkomponenten z. B. aus dem LKW-Bau, mit Gelenk- und Lagervarianten, mit dem Sicherheitsequipment der Industrie, mit Rahmenkonstruktionen, Antriebs- und Sensortechnik befassen.
Bei der Ergebnispräsentation zu Beginn des laufenden Sommersemesters legte alle Teams Resultate vor, die – nach Ansicht von Christian Botschek – sowohl durch hohe technische Qualität als auch durch unternehmerisches Denken zu überzeugen wussten. Prof. Dr. Sting hob bei seiner Bilanz die starke Motivation der rund 50 Projektteilnehmer und das praxisnahe, dem Alltag in einem Ingenieurbüro vergleichbare Arbeiten hervor. Seine positive Bewertung der vorgelegten Lösungen fasste er in der Einschätzung zusammen: „Sie sind der Nachwuchs, auf den die Industrie bauen kann.“
Als Team, dessen Arbeit - eine Hebvorrichtung mit Lenkeraussteifung zur Aufnahme der Querkräfte - ihn am stärksten beeindruckte, zeichnete der Montageleiter die Studenten Dennis Bechthold, Kevin Heeg, Matthias Roth und Alexander Seibel aus. Die darin entwickelten konstruktiven Vorschläge sollen – kombiniert mit den innovativen Ansätzen anderer Teams – firmenintern umgesetzt werden. Die Hochschule und das Unternehmen wollen ihre Zusammenarbeit bei solchen Projekten fortsetzen.