Current Topics in Food Biotechnology waren Thema der Summer School in Rauischholzhausen.Mehr als 30 Doktorandinnen und Doktoranden, Postdoktoranden und Professoren trafen sich zur Summer School in Schloss Rauischholzhausen. Eingeladen hatte das kooperative Promotionskolleg „Bioressourcen und Biotechnologie“ der THM und der JLU sowie die Dechema-Arbeitsgruppe „Lebensmittelbiotechnologie“. Über aktuelle Entwicklungen diskutierten Wissenschaftler aus Europa, Asien und Südamerika, darunter Prof. Dr. Peter Czermak und Doktorand Jan Philipp Burghardt von der THM.

Schwerpunkt der Summer School „Current Topics in Food Biotechnology“ waren „Enzyme“, die Lebensmittel schmackhafter und vor allem noch sicherer machen können. Es wurden neuentdeckte Enzyme von Insekten, Bakterien und Pilzen mit teilweise faszinierenden katalytischen Eigenschaften diskutiert, die in der Lebensmittelherstellung wertvolle Dienste verrichten könnten. Weitere Themen waren die Produktion von Enzymen, gesundheitsfördernden Zuckern (Fructo- und Galactooligosacchariden), Vitaminen und Aromastoffen durch Fermentationsprozesse, die mit Hilfe mathematischer Modellierung der Bedingungen ökonomisch optimiert werden können. Ebenso sind biotechnologische Verbesserungen beispielsweise bei der Kombucha- und Bierherstellung möglich.

Intensiv diskutiert wurden auch die Chancen und Risiken neuer gentechnischer Methoden wie „CRISPR/Cas“ (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats). Diese neue Methode, abgeschaut vom Immunsystem der Bakterien, ermöglicht es, die Genome von Produktionsorganismen noch gezielter zu verändern und damit die Lebensmittelqualität zu verbessern.

Neue Erkenntnisse ergaben sich insbesondere durch die interdisziplinäre Zusammensetzung der Gruppe. Neben Lebensmittelchemikern trugen auch Ingenieure, Biotechnologen, Biologen, Physiker und Mathematiker zum Gelingen der dreitägigen Veranstaltung bei. Zahlreiche neue Kontakte konnten geknüpft und neue gemeinsame Projektideen entwickelt werden. Eine Fortsetzung der Summer School im Jahr 2019, dann an der Universität Hohenheim, wurde bereits beschlossen.