GirlsDay 2004Der Fachbereich Elektro- und Informationstechnik an der FH in Gießen hat 521 Studierende – 25 davon sind weiblich. Unter den 122 Studierenden des Friedberger Fachbereichs Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie sind es 5. Nach wie vor sind Frauen in den Ingenieurwissenschaften deutlich unterrepräsentiert – nicht nur an der Fachhochschule Gießen-Friedberg.

Um daran etwas zu ändern, startete im vergangenen Herbst das Junior-Mentoringprogramm (JUMP!). Jutta Müller, Studienberaterin an der FH in Friedberg, erläutert, worum es in dem von ihr initiierten Projekt geht: "Ziel ist es, das Interesse von Schülerinnen an technischen Studiengängen zu fördern und ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Im Rahmen von Schulprojekten betreuen Studentinnen als Juniormentorinnen kleine Gruppen von Oberstufenschülerinnen und geben ihnen einen Einblick in ein ingenieur- oder naturwissenschaftliches Studium. Die Schülerinnen können sich an Arbeitsgruppen beteiligen, an Vorlesungen teilnehmen oder ihre studentische Betreuerin in ein Labor begleiten."

{mosimage} Kooperationspartner von JUMP! sind die Kaufmännische Schule des Wetteraukreises in Bad Nauheim und die Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf. In der Pilotphase beteiligen sich 12 Oberstufenschülerinnen, die von vier Mentorinnen intensiv betreut werden. Die Schülerinnen konnten bisher z.B. ein Maschinenbaulabor kennen lernen oder im Chemielabor den Vitamingehalt von Lebensmitteln untersuchen. Eine erste Zwischenbilanz zogen jetzt die Beteiligten von Hochschule und Schulen in Friedberg.

Maria Euler, Fachbereichsleiterin und Programmkoordinatorin an der Philipp-Reis-Schule, berichtete von sehr positiven Erfahrungen ihrer Schülerinnen. Besonders die persönliche Beziehung zu den Studentinnen helfe die Scheu vor der Hochschule zu überwinden und mache es leichter Fragen zu stellen. Marlies Beil, die JUMP! an der Kaufmännischen Schule in Bad Nauheim betreut, hob ebenfalls die individuelle Betreuung hervor: „Die Schülerinnen finden es gut, dass auch auf ihre Wünsche eingegangen wird.“

Die Vielfalt der Studiengänge, so Andreas Stolz von der Kaufmännischen Schule in Bad Nauheim, sei zunehmend schwerer einzuschätzen und stark erklärungsbedürftig. FH-Vizepräsident Hajo Köppen sah die Hochschule grundsätzlich in der Verantwortung, angesichts eines immer differenzierteren Lehrprogramms vermehrt Orientierungsmöglichkeiten anzubieten. JUMP! sei ein aufwändiger aber lohnender Beitrag hierzu.

Schulleiter Frank Gröppel-Wegener (Philipp-Reis-Schule) plädierte ebenso wie sein Bad Nauheimer Kollege Gernot Karner dafür, das Programm im kommenden Herbst erneut anzubieten. JUMP!, so das gemeinsame Fazit der drei Kooperationspartner, wird deshalb auch in Zukunft daran arbeiten, dass der Frauenanteil in den Friedberger Ingenieurstudiengängen nicht bei fünf Prozent verharrt.

 17. März 2005