Gründungsmitglieder der Netzwerkinitiative "TeleMonitoring bei Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen": Keywan Sohrabi und Andreas Weißflog (ThoraTech), Prof. Henning Schneider (THM), Lothar Leiche (Ingenieurbüro für Medizintechnik), Prof. Ulrich Koehler (Uniklinikum) und Prof. Volker Groß (THM, von links)Wissenschaftler aus Hochschulen und Unternehmen haben an der TH Mittelhessen die Netzwerkinitiative „TeleMonitoring bei Patienten mit chronischen Atemwegserkrankun­gen“ gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die TH-Professoren Dr. Volker Groß (Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt und Biotechnologie) und Dr. Henning Schneider (Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik), Prof. Dr. Ulrich Koehler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitätsklini­kum Gießen und Marburg, das Ingenieurbüro für Medizintechnik, Wettenberg, und die Gießener ThoraTech GmbH.

Die Initiative zielt auf die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Patienten, die unter der Chronisch Obstruktiven Lungenkrankheit (Chronic Obstructive Pulmonary Disease, COPD) leiden. Die COPD ist die vierthäufigste Todesursache. Jeder Dritte der über 70-Jährigen ist von ihr betroffen. Ursache ist eine abnorme Entzündungsreaktion, die meist durch Partikel oder Gase ausgelöst wird. Hauptsymptome sind Atemnot, Husten und Auswurf. Bei vielen Patienten ist eine Atmungsunterstützung oder eine zu­sätzliche Sauerstoffversorgung nötig. Diese Therapie kann sehr häufig im häuslichen Umfeld des Patienten geschehen. Sie muss allerdings konsequent überwacht werden, damit Verschlechterungen des Gesundheitszustands und Funktionsdefizite der Geräte sofort erkannt werden.

Eine Möglichkeit hierzu liegt im TeleMonitoring. Patienten- und Gerätedaten werden regelmäßig erfasst und zum Krankenhaus oder an ein Telemedizinisches Zentrum übertragen. Sobald individuell festgelegte Werte unter- oder überschritten werden, löst das System Alarm aus.

„Wir wollen“, sagt Volker Groß „im Verbund neuartige Biosensoren und Technologien zur Messung und Analyse von Vitalparametern für die Erfassung COPD-bezogener Symptome entwi­ckeln. Das erfordert eine intensive interdisziplinäre Kooperation von Medizin, Biomedizinischer Technik, Medizininformatik und Geräteherstellern. Die Netz­werkinitiative soll eine Plattform für diese Zusammenarbeit sein.“ Sie steht Unterneh­men, Forschungseinrichtungen und Einzelpersonen offen und will zukünftig Workshops, Seminare und Vortragsreihen anbieten.

Zurzeit wird bereits ein TeleMonitoring-Projekt der TH Mittelhessen und des Ingenieur­büros für Medizintechnik vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Ziel ist dabei, per Ferndiagnose technische Komplikationen bei Atemunterstützungsgeräten frühzeitig zu erkennen und so die Patientenversorgung sicherer zu machen. Mittelfristig strebt die Netzwerkinitiative in Mittelhessen den Aufbau eines Telemonitoring-Zentrums für Pati­enten mit chronischen Atemwegserkrankungen an.