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Beim Krebssymposium „Vision Zero“ in Berlin: Karin Moser (v. l. n. r.), Dr. Julia Löffler und Prof. Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong.Unter dem Motto „Best in Class“ hat THM-Professorin Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong beim diesjährigen Krebssymposium „Vision Zero“ in Berlin die aktuelle Lage rund um die HPV-Prävention und -Früherkennung in Deutschland vorgestellt – mit einem kritischen Blick auf Impfquoten, die Gesundheitskompetenz und neue Ansätze, wie den HPV-Selbsttest für Frauen.

In ihrem Vortrag wies Maulbecker-Armstrong darauf hin, dass die allgemeine Gesundheitskompetenz der deutschen Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent gesunken sei – mit unmittelbaren Folgen für die Prävention von Krankheiten wie durch Humane Papillomviren (HPV) verursachte Krebsarten.

Die Impfquote bei 15-jährigen Mädchen liegt weit unter dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2030 formulierten Ziel von 90 Prozent – in Deutschland sind es derzeit 55 Prozent. Bei Jungen liegt die Impfquote im Vergleich noch niedriger, nämlich bei 34 Prozent. „HPV wird fälschlicherweise als ‚Frauenthema‘ wahrgenommen“, so die Professorin: „Schulimpfungen könnten Impfquoten bei beiden Geschlechtern erhöhen.“ Flächendeckende Schulimpfungen sollten jedoch nicht verpflichtend sein.

Weiteres zentrales Thema: ein HPV-Selbsttest für Frauen, der laut aktueller Studien ebenso zuverlässig ist wie ein gynäkologischer Test. In Deutschland ist der Test bisher bei fünf Krankenkassen im Leistungskatalog enthalten. Anders ist die Situation hingegen in den Niederlanden: Dort wird der Test bereits landesweit mit der Post verschickt – mit einer erhöhten Screening-Quote als Folge.

Darüber hinaus verwies die Professorin auf die Tertiärprävention, nachdem ein HPV-bedingter Krebs diagnostiziert wurde: Nach der sogenannten Konisation – der Entfernung eines kegelförmigen Teils des Gebärmutterhalses – wird die HPV-Impfung von Krankenkassen bezahlt. Diese kann wiederum das Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung senken.

Abschließend stellte Maulbecker-Armstrong die Projekte der Hessischen Krebsgesellschaft vor: Unter dem Label „Du bist kostbar“ gibt es Projekte wie „Bewegt gegen Krebs“ oder Videos mit Erfahrungsberichten von an Krebs erkrankten Personen.

Das Team von Prof. Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong, Karin Moser und Dr. Julia Löffler beschäftigt sich mit der Förderung der Krebsprävention. Die Masterarbeit von Karin Moser (Fachbereich Gesundheit) hatte den Fokus auf neuen Zugangswegen für unterschiedliche Zielgruppen der Krebsprävention. Aber auch die Tertiärprävention für Krebspatienten, wie der Kochworkshop „Genussvoll essen“, ist Gegenstand der gemeinsamen Forschung. Darüber hinaus arbeitet die Gruppe um Maulbecker-Armstrong daran, ein Dokumentationssystem für Schulgesundheitsfachkräfte zu implementieren. Dieser Tage endet zudem das „rehapro-SERVE Projekt“ (Sektorenübergreifende präventive Identifikation, Beratung und Unterstützung von Versicherten mit besonderen beruflichen Problemlagen), gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, wo Zugangswege zu Rehamaßnahmen über Jobcenter und Agenturen für Arbeit getestet wurden.