Aus dem Programm
„Angewandte Forschung an Fachhochschulen im Verbund mit der Wirtschaft“ hat die
FH Gießen-Friedberg hessenweit die meisten Projektförderungen erhalten. Die
erfolgreichsten Bewerberhochschulen aller Bundesländer konnten jetzt auf
Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) an einem
Forschungsforum in Berlin teilnehmen. Bei diesem „Innovationstag der
Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF)“ trafen
Professoren mit Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und
Administration zusammen. Ziel des Forums war es, am Beispiel ausgewählter
Projekte die Leistungsfähigkeit der Fachhochschulen in Forschung und
Entwicklung (FuE) vorzuführen.Für die FH Gießen-Friedberg reisten Prof. Dr. Peter Czermak und Prof. Dr. Karl-Friedrich Klein nach Berlin. Die beiden Professoren stellten im Rahmen einer Präsentation beim Innovationstag eigene FuE-Arbeiten vor, die durch das BMBF-Programm finanziell unterstützt wurden. Bei ihren Forschungsinitiativen besteht – wie es das Förderprogramm anstrebt – auch eine enge Kooperation zwischen der Fachhochschule und Unternehmen.
„Entwicklung eines Verfahrens zur Stimulation eines homogenen Zell-Biomaterial-Komposits“ lautet der Titel des Projekts von Prof. Czermak, der als Geschäftsführender Direktor das Gießener Institut für Biopharmazeutische Technologie leitet. Bei dem Vorhaben geht es um die Zucht von Zellkulturen für Bandscheibenimplantate. Czermaks Arbeitsgruppe konstruiert verschiedene Bioreaktoren, in denen die Vermehrung von Zellen unter zyklischem Druck angeregt wird. Prof. Klein vom Friedberger Fachbereich Informationstechnik – Elektrotechnik - Mechatronik informierte in Berlin über das Projekt „Hohlwellenleiter für mobile Anwendungen in der Spektroskopie“. Im Friedberger Labor für optische Nachrichtentechnik arbeitet ein Team unter Kleins Leitung an der Untersuchung und Weiterentwicklung von Lichtleitfasern für industrielle und medizinische Anwendungen.
Zu den wenigen ausgewählten Exponaten, die dem Staatssekretär im BMBF, Dr. Frieder Meyer-Krahmer, beim Gang durch die Ausstellung näher erläutert wurden, gehörten die beiden Projekte der FH Gießen-Friedberg. Der Staatssekretär zeigte sich sehr beeindruckt von den FuE-Leistungen der mittelhessischen Fachhochschule. Auch die internationale Ausrichtung und Anerkennung der vorgestellten Arbeiten fanden seinen Beifall. Die beiden Professoren nutzten die Begegnung zugleich zum Appell an das BMBF, die Förderprogramme, die auch von Fachhochschulen in Anspruch genommen werden können, weiter zu unterstützen und zu stärken. Bei einer Podiumsdiskussion mit hochrangigen Vertretern der AIF und des BMBF wurden Bedeutung und Zukunft der anwendungsnahen FuE-Förderprogramme des Bundes erörtert. Dabei sicherten Angehörige des Forschungsministeriums die Fortführung der Programme bis mindestens 2009 zu.
Zu den positiven Ergebnissen des Berliner
Forums zählt aus Sicht der beiden Professoren auch, dass die Veranstaltung mit
ihrer thematischen Bandbreite – aus allen industriellen FuE-Bereichen wurden
Projekte präsentiert - den Ausstellenden Gelegenheit bot, neue Kontakte zu
Instituten und Firmen zu knüpfen.