Das Besucherinteresse war groß bei der Vorstellung des neuen Autos von THM Motorsport Racing. THM Motorsport Racing ist ein studentisches Motorsportteam an der TH Mittelhessen. Die Gruppe aus angehenden Ingenieuren, Informatikern und Betriebswirten nimmt mit einem selbst gebauten Rennwagen seit 2010 regelmäßig an verschiedenen Formula-Student-Wettbewerben teil.

Jetzt stellte das Team, dem etwa 35 Studentinnen und Studenten aus Gießen und Friedberg angehören, sein neues Fahrzeug vor. Es hat 96 PS, wiegt gerade mal 216 Kilo und beschleunigt in 3,5 Sekunden von null auf einhundert Stundenkilometer. Im Vergleich mit dem ersten selbst gebauten Wagen ist der aktuelle fast 100 Kilo leichter, hat 16 PS mehr und eine deutlich bessere Beschleunigung. Dr. Klaus Herzog, Professor für Fahrzeugsystemtechnik am Fachbereich Maschinenbau und Energietechnik (ME), und der Wissenschaftliche Mitarbeiter Michael Falgenhauer unterstützen die Studenten. Mehr als 50 Sponsoren – von Edag über Opel bis Schunk - helfen den Motorsportlern mit Bauteilen und ihrer Expertise.

Prof. Dr. Martin Pitzer, Dekan des Fachbereichs ME, betonte bei der Vorstellung, dass die Erfahrung in der Projektarbeit den Absolventen im späteren Berufsleben zugutekommen werde. THM-Vizepräsident Prof. Olaf Berger lobte besonders den Teamgeist in der Gruppe, der schon in der Vergangenheit Voraussetzung für die Erfolge von THM Motorsport Racing gewesen sei. In dieser Saison stehen zwei Rennen auf dem Programm: Einmal Ende Juli in Varano de' Melegari in Italien und dann in der zweiten Augustwoche in Hockenheim.

Der Formula-Student-Wettbewerb entstand Anfang der achtziger Jahre in den USA und hat mittlerweile in verschiedenen Ländern Nachahmer gefunden. Die Teams haben die Aufgabe, einen einsitzigen Formelrennwagen zu bauen. Im Wettbewerb gewinnt nicht einfach das schnellste Auto, sondern die Gruppe mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion, Fahrleistung, Finanzierungskonzept, Organisation und Verkaufspräsentation. Ziel der Initiatoren ist die Ergänzung des Studiums um ein realistisches Entwicklungsprojekt. Das Auto soll kostengünstig und zuverlässig sein. Beschleunigung und Bremskraft werden ebenso bewertet wie Design und Komfort. Eine Jury, die Fachleute aus Motorsport, Automobil- und Zulieferindustrie vereint, begutachtet die Fahrzeuge. Zum Wettbewerb gehört auch der Praxistest auf der Rennstrecke.