Lars Runte (links) und die Exkursionsgruppe der THM vor dem Prüfstand des Herborner Unternehmens, wo alle Pumpen vor ihrer Auslieferung getestet werden. Foto: ZieglerMaster-Studierende des Fachbereichs Maschinenbau und Energietechnik der THM erhielten durch zwei Exkursionen zu Zielen in der Region aufschlussreiche Einblicke in die Praxis. Mit diesem Angebot ergänzte Prof. Dr. Burkhard Ziegler das Programm seiner Vorlesung zum Thema Strömungsmaschinen.

Bei einer Führung durch das Werk der Herborner Pumpentechnik stellte Entwicklungsleiter Lars Runte alle Stationen der Produktion für Schwimmbad-, Schiffs-, Industrie- und Abwassertechnik vor. Die Gäste von der THM bekamen auf dem Rundgang nicht nur Informationen zur Digitalisierung der Pumpentechnologie, sondern auch zum Einsatz regenerativer Energie aus einer Photovoltaik-Anlage mit passenden Batteriespeicher-Systemen beim Betrieb neuer Schmelzöfen. Außerdem ging es um praktische Lösungen auf dem Feld der Energieeffizienz. So erläuterte Runte, dass Wasser in öffentlichen Schwimmbädern aus Hygienegründen permanent umgewälzt werden müsse. Damit dies mit möglichst geringem Energieverbrauch und kostengünstig geschehen kann, bietet die Herborner Firma optimierte Kombinationen aus Kreiselpumpen, Elektromotoren und Frequenzumrichtern an. Zum heutigen technischen Standard dieser Pumpen hat eine Kooperation zwischen dem Unternehmen und der Technischen Hochschule Mittelhessen beigetragen. Denn die vollständige Beschichtung der wasserführenden Teile zum Schutz vor Verschleiß, Korrosion und Anhaftungen wurde in zwei geförderten Forschungsprojekten entwickelt, an denen auch Prof. Ziegler mitgearbeitet hat.

Bei der Besichtigung des Wasserkraftwerks in Lollar schauten sich die Studierenden an, wie man durchströmendes Wasser zur Gewinnung elektrischer Energie nutzt, die über einen Trafo ans Stromnetz geleitet wird. Dieser Beitrag zur regionalen regenerativen Stromversorgung deckt den Bedarf von fast 300 Haushalten. Max Friedrich (Steinhoff Energieanlagen) erklärte der THM-Gruppe die gesamte Technik der 2017 in Betrieb genommenen Anlage. Pro Sekunde sorgen 17 Kubikmeter Wasser für den Antrieb der zwei Turbinen. Das „Buderus-Wehr“ von 1854 staut dort die Lahn auf und schafft dadurch im Mittel eine nutzbare Fallhöhe von rund anderthalb Metern. Das Kraftwerk ist vollautomatisiert und fernüberwacht, der Strom wird über einen Partner direkt an der Strombörse vermarktet.

Bei den Referenten an beiden Orten handelt es sich um Absolventen des Fachbereiches Maschinenbau und Energietechnik der THM. Prof. Ziegler und die Studierenden bewerteten die Exkursionen als gelungenen Brückenschlag zwischen akademischer Ausbildung und industrieller Praxis.