Über den Wettbewerbserfolg freuen sich (von links) Prof. Norbert Hanenberg, Rebecca Lara Storck, Pascal Find, Prof. Achim Vogelsberg, Jan Granzow, Marie Verplancke und Prof. Thomas Vinson.Ein studentisches Team vom Fachbereich Bauwesen der Technischen Hochschule Mittelhessen hat den zweiten Platz bei einem bundesweiten Wettbewerb belegt. Aufgabe war es, den Entwurf für ein Bauwerk auszuarbeiten, das modellhaft für eine Architektur der Energiewende steht. 

Ausgelobt hatte den vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Preis die Bergische Universität Wuppertal. Dort wird nächstes Jahr der „Solar Decathlon Europe 21 (SDE21)“ ausgetragen, ein internationaler Hochschulwettbewerb zum Thema nachhaltiges Bauen und Leben. Die Konkurrenz, bei der jetzt die THM erfolgreich war, richtete sich darauf, zur öffentlichen Ankündigung in Wuppertal einen maximal zehn Quadratmeter großen „urban hub“ zu konzipieren. Gemeint war damit ein origineller Informationsstand zum SDE21 im städtischen Raum, der mit wiederverwendbaren Komponenten energieeffizient gebaut werden kann.

Pascal Find, Jan Granzow, Rebecca Lara Storck und Marie Verplancke, die am Fachbereich Bauwesen in Gießen studieren, nahmen auf Initiative des Holzbau-Experten Prof. Dr. Achim Vogelsberg am Entwurfswettbewerb teil. Betreuer waren außerdem die Professoren Norbert Hanenberg (Entwurf und Konstruktion) und Thomas Vinson (Gestaltungslehre). Die Kriterien sahen einen Verbund zwischen Hochschulen und Einrichtungen zur handwerklichen Qualifizierung vor. Das THM-Team bezog das Bundesausbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes in Kassel in die Arbeit ein.

Der Pavillon-Entwurf veranschaulicht beeindruckend, wie das Restholzmodul für rechteckige und geschwungene Baukörper genutzt werden kann.Der Entwurf, mit dem die Gießener Gruppe den zweiten Platz unter 14 Konkurrenten belegte, trägt den Titel „waste.less“. Ausgangspunkt für das studentische Quartett war die Exkursion zu einem Leimholzhersteller, wo sich zeigte, dass auch größere Reststücke von Zuschnitten in der Betriebspraxis bloß zu Heizpellets verarbeitet werden. Solches Abfallmaterial nutzten die angehenden Architekten und Bauingenieure zur Entwicklung ihres Konzepts. Es basiert auf einem exakt bemessenen Restholzmodul (10x10x100 Zentimeter), das in vielfältigen Kombinationen und Varianten rechtwinklige und geschwungene Baukörper mit Holzsteckverbindungen ermöglicht. Ein weiteres Plus dieser abfallverwertenden Bauweise: Man braucht dafür weniger Technik und verringert so den Energieverbrauch. 

Dieses Konzept und der ausgearbeitete architektonische Vorschlag - ein Pavillon, dessen Gestalt die Würfelform mit einer fernöstlich anmutenden Dachkonstruktion verbindet - überzeugten die Wettbewerbsjury. Sie prämierte den Gießener Beitrag mit einem Preisgeld von 3000 Euro und urteilte: „Das Team schafft durch eine innovative und zugleich bewusst traditionelle Verarbeitungsform ein Raumgebilde mit hoher Strahlkraft und sensorischer Qualität.“