Preisträger und Gratulanten des Karl-Heinz Lust Innovationspreises (v.l.): THM-Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Jochen Frey, Paul Kämmerer, Max Marius Graf, Sarah Pappert, Jonas Grajetzki, Dominic Eckerle und Dr. Wolfgang Lust.Drei Abschlussarbeiten aus den Bereichen der Künstlichen Intelligenz, Erneuerbare Energien und Raumfahrttechnologie sind mit dem Karl-Heinz Lust-Innovationspreis der Stiftung für Forschung, Innovation und Transfer (fit) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) ausgezeichnet worden: Dominic Eckerle, Jonas Grajetzki und Sarah Pappert erhielten bei der Preisverleihung im Hotel Heyligenstaedt für ihre sehr gut bewerteten Arbeiten jeweils 1000 Euro Preisgeld.

THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems würdigte in seiner Ansprache nicht nur die ausgezeichneten Arbeiten, sondern dankte auch der Unternehmerfamilie Lust für ihr Engagement in Gedenken an den 2009 verstorbenen Unternehmer und Innovator Karl-Heinz Lust. „Alle hier können stolz sein – insbesondere die Preisträger und Preisträgerinnen sind es, die die Begeisterung für MINT-Fächer weitertragen.“

Zunächst hob der Präsident das langjährige Engagement von Prof. Heinz Kraus hervor, der die Abteilung Forschung und Transfer leitete und der Stiftung fit bis zu seinem 75. Lebensjahr als Vorstand angehörte. Durch den Abend führte Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Jochen Frey, der die Ausgezeichneten vorstellte und betonte: Der nach dem Unternehmer, Erfinder und Visionär benannte Karl-Heinz Lust-Preis stehe sinnbildlich für Innovationskraft. Die Gutachter stellten als Laudatoren die prämierten Arbeiten und Preisträger und die Preisträgerin vor.

Dominic Eckerle studierte Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung und entwickelte in seiner Masterarbeit ein KI-basiertes System zur Analyse von EKG- und Pulswellen-Zeitreihen, um einen rasanten Blutdruckanstieg unter Belastung vorherzusagen. Laudatorin Prof. Dr. Jennifer Hannig lobte zudem sein Engagement, eine spielerische KI-Lernplattform für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, mit der er besonders junge Mädchen für das Studium und Berufe im MINT-Bereich begeistern will. Der Preis wurde unterstützt von der Volksbank Mittelhessen.

Jonas Grajetzki studierte am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik und überzeugte mit der Entwicklung eines LED-basierten Messsystems, um die Qualität von Solarzellen während der Fertigung sicherzustellen, wie Betreuer Prof. Dr.-Ing. Uwe Probst erläuterte. Seit 2015 gewann Grajetzki etliche Preise in Regional- und Landeswettbewerben von „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“. Zudem ist Grajetzki Gründer seines eigenen Studios für Veranstaltungstechnik und engagiert sich im Repair-Café Jena und ist ausgebildeter Rettungsschwimmer. Der Preis wurde unterstützt von PMS W. Pulverich GmbH.

Sarah Pappert studierte „Physik und Technologie für Raumfahrtanwendungen“ im gemeinsamen Studiengang der THM mit der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). In ihrer Masterarbeit analysierte sie die Strahlenresistenz unter Weltraumbedingungen auf künstliche Intelligenz Algorithmen, wie Betreuer Prof. Dr. Kai-Thomas Brinkmann (JLU) ausführte. Von Seiten der THM betreute Prof. Dr. Mike Schwarz (Kompetenzzentrum für Nanotechnik und Photonik) die Arbeit. Für ihr soziales und ehrenamtliches Engagement wurde sie zusätzlich mit dem Sonderpreis des Rotary Club Wetzlar ausgezeichnet. 2024 wurde Pappert in das Talentförderprogramm ProTHM aufgenommen und erhielt in diesem Jahr bereits den ZONTA STEM Award für junge Frauen in der Wissenschaft. Ihre Faszination für Astronomie, Gravitationswellen und Schwarze Löcher bringt sie ab November zur Promotion ans Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in München. „Für Sarah Pappert ist es eine Herzensangelegenheit, die Sichtbarkeit von Frauen in MINT-Fächern zu stärken und Talente zu fördern“, sagte Frey bei der Vorstellung.

Zusätzlich vergab die Stiftung zwei Stipendien an Max Marius Graf von der Goethe-Schule Wetzlar und Paul Kämmerer von der Gießener Liebigschule mit jeweils 6000 Euro. Neben sehr guten schulischen Leistungen überzeugten die beiden Abiturienten die Jury durch ihre Begeisterung für MINT und ihr soziales Engagement.