Foto (A. Böttger): Über die Umsetzung des neuen Strahlenschutzgesetzes sprach Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit dem Vorsitzenden der Strahlenschutzkommission Prof. Joachim Breckow.Zu einem Arbeitsgespräch trafen sich in Berlin Svenja Schulze, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, und Prof. Dr. Joachim Breckow, Physiker an der TH Mittelhessen. Breckow ist Vorsitzender der deutschen Strahlenschutzkommission, die das Ministerium wissenschaftlich berät.

Die erste Zusammenkunft mit der seit März amtierenden Ministerin nutzte der Vorsitzende, um Strukturen und Arbeitsweise des Gremiums zu erläutern. Aktuelles Thema waren Fragen der praktischen Umsetzung des neuen Strahlenschutzgesetzes, das Ende dieses Jahres in Kraft tritt.
Das Gesetz weitet den Strahlenschutz auf Gebiete aus, für die es bisher keine oder unzureichende Regelungen gab. "Der Schwerpunkt verlagert sich zunehmend von der Strahlung durch künstliche Radioaktivität auf Bereiche wie Laser, Ultraviolette Strahlung oder Strahlung durch Elektromobilität", erläutert Breckow. Als praktisches Beispiele nennt der Wissenschaftler die kosmetische Strahlenanwendung außerhalb der Medizin, wie die Entfernung von Tätowierungen durch Laser. Auch UV-Belastung in Solarien oder die natürliche Strahlung durch Radon gerieten verstärkt ins Blickfeld.

Die Strahlenschutzkommission berät das Ministerium in allen Fragen der Gefährdung von Menschen durch Strahlung. Das betrifft radioaktive Stoffe, Röntgenstrahlung, aber auch die Belastung durch Mobilfunk oder Hochspannungsleitungen.
Joachim Breckow lehrt seit 1997 Physik und Strahlenschutz am Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik in Gießen. Er ist dort Geschäftsführer des Instituts für Medizinische Physik und Strahlenschutz. Der Hochschullehrer gehörte von 1998 bis 2004 der Strahlenschutzkommission an und ist seit 2012 erneut Mitglied, seit 2016 deren Vorsitzender.