Jalal Belmahdi und Vizepräsident Schuhmann-LuckJalal Belmahdi hat den DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender erhalten. Der 29-jährige Marokkaner studiert im achten Semester Mechatronik an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst an Studierende vergeben, die mit besonderen akademischen Leistungen und außerordentlichem sozialem oder kulturellem Engagement hervorgetreten sind. Die Urkunde erhielt Belmahdi vor mehr als 700 Besuchern während der Erstsemesterbegrüßung in Friedberg aus den Händen von FH-Vizepräsident Prof. Dr. Axel Schumann-Luck.

Das Gütesiegel „Made in Germany“ habe ihn zum Studium nach Deutschland gelockt, sagt der Preisträger. Er habe gewusst, dass Studenten hier die Möglichkeit erhalten, Ingenieurwissenschaften auf höchstem Niveau zu studieren. An seine ersten Tage in Coburg, wo er das Studienkolleg für ausländische Studierende besuchte, könne er sich gut erinnern. Obwohl er einen Verwandten in der Nähe hatte, sei der Start in einem fremden Land sehr schwierig gewesen. „Man kennt die Regeln und Sitten nicht. Und in der ersten Zeit entscheidet sich, wie man sich integriert.“ Diese eigenen Erfahrungen waren für ihn ein Grund, sich Jahre später in Friedberg bei der Betreuung der Studierenden des Masterstudiengangs Information and Communications Engineering (ICE) zu engagieren. „Ich wollte den ausländischen Studenten vermitteln, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind und dass die FH sich um sie kümmert“, sagt Belmahdi, dem die Leitung dieses internationalen Studienprogramms „Eigeninitiative und hohe soziale und interkulturelle Kompetenz“ bescheinigt. Diese Fähigkeiten hat der angehende Ingenieur auch als Tutor in den Mathematik-Brückenkursen und als Mitglied des Studentenparlaments unter Beweis gestellt.

Auf die Frage, was er mit dem Preisgeld vorhabe, antwortet Belmahdi mit einem Lächeln und einem marokanischen Sprichwort: „Der Regen verdampft in der Wüste, bevor er den Boden trifft.“ Er müsse sein Studium mit Jobs selbst finanzieren, deshalb könne er die 1000 Euro gut für seinen Lebensunterhalt gebrauchen. Extrawünsche könne er sich nicht erfüllen.

Obwohl er keine finanzielle Unterstützung erhalten hat, wird der in Rabat geborene Belmahdi sein Studium in der Regelstudienzeit von acht Semestern abschließen. Die „sehr gute FH“ und die exzellente Betreuung durch die Professoren hätten daran großen Anteil. Besonders hebt er Prof. Dr. Karl-Friedrich Klein hervor, in dessen Labor für Optische Nachrichtentechnik und Lichtwellenleiter er seit zwei Jahren mitarbeitet. Der Hochschullehrer „gibt viel und fordert viel“. Die Zusammenarbeit habe ihm sehr geholfen – sowohl wissenschaftlich als auch außerfachlich.

Nachdem er das Berufspraktische Semester bei Rolls-Royce beendet hat, wird Jalal Belmahdi in diesem Monat seine Diplomarbeit bei der Firma Clean-Lasersysteme in Herzogenrath bei Aachen beginnen. Thema ist die Laserbehandlung von Metalloberflächen. Nach Abschluss seines Studiums sieht er viele Möglichkeiten für seinen Berufsweg. Er könne sich vorstellen, in Deutschland zu bleiben oder in einem anderen Staat zu arbeiten. Er würde auch gern nach Marokko zurückgehen, das er „ein wundervolles schönes Land“ nennt.