Tobias Schwalb an seinem Arbeitsplatz„In thirty years of teaching this is the highest overall mark I´ve ever seen.” David Heys, Geschäftsführender Direktor des Department of Technology staunte nicht schlecht über die historische Bestnote, mit der Tobias Schwalb sein Studium an der University of Central Lancashire in Preston abgeschlossen hatte.

Der Student der Fachhochschule Gießen-Friedberg hat seinen Bachelor of Engineering an der britischen Universität mit der  durchschnittlichen Prozentzahl von 94,4 geschafft. „Mit 40 Prozent hat man bestanden, und ab 70 Prozent ist die Note eine eins. Die Topstudenten liegen normalerweise bei 85 Prozent“, erläutert Schwalb die britische Notengebung. Dass er als ausländischer Gaststudent ein derartiges Spitzenergebnis erzielen konnte, gibt der bescheidene Reiskirchener im Gespräch eher beiläufig zu Protokoll. Als Anerkennung für seine herausragende Leistung erhielt der 23-Jährige den Dean´s Prize des Departments, eine hohe Auszeichnung, die mit 500 Pfund dotiert ist.

Drei Jahre studierte Schwalb Mikroelektronik/Elektronik-Design am Gießener Fachbereich Elektro- und Informationstechnik. Dann nahm er die Möglichkeit wahr, sein letztes Jahr an der britischen Universität zu studieren und so anerkannte Abschlüsse beider Hochschulen zu erwerben.

Als Abschlussarbeit, die den Titel „Design and implementation of an intelligent battery charger“ trägt und die er an der FH Gießen-Friedberg bei Prof. Dr. Albrecht Müller als Diplomarbeit einreichte, entwickelte Schwalb ein neuartiges kostengünstiges Batterieladegerät. Das Ladeverfahren programmierte er selbst auf dem Mikrocontroller. Das Gerät verfügt über eine Vielzahl von zusätzlichen Service- und Schutzfunktionen wie zum Beispiel eine Temperaturüberwachung oder eine automatische Abschaltung.

Von der Kooperation der FH mit der University of Central Lancashire erfuhr Tobias Schwalb auf einer Informationsveranstaltung seines Fachbereichs. Seit mehr als 10 Jahren arbeiten die beiden Hochschulen im Rahmen des Erasmus-Programms der Europäischen Union zusammen. Bisher haben 63 FH-Studierende der Fachgebiete Wirtschaft, Informatik und Elektrotechnik Auslandssemester an der britischen Partnerhochschule verbracht. Etwa ein Viertel von ihnen nutzte die Chance ein deutsch-englisches Doppeldiplom zu erlangen.

Diplom-Ingenieur und Bachelor Tobias Schwalb will seine wissenschaftliche Karriere fortsetzen. Er hat sich erfolgreich für ein Masterstudium an der Karlsruhe School of Optics and Photonics beworben. 24 Studierende können an der Einrichtung der Universität Karlsruhe das zweijährige Programm absolvieren. 12 von ihnen bekommen anschließend die Chance auf ein Promotionsstudium. Tobias Schwalb möchte gern dazugehören. Wenn es nach David Heys geht, stehen seine Chancen nicht schlecht. „Tobias ist ein wirklich begabter Student, und ich bin sicher, was immer er sich für die Zukunft vornimmt, wird ihm gelingen“, hat ihm der Wissenschaftler aus Preston mit auf den Weg gegeben.