Dr. Veronika Flatten (r.) nimmt die Urkunde für den Dissertationspreis aus den Händen der Präsidentin der Degro, Prof. Dr. Cordula Petersen, entgegen. Foto: DegroDr. Veronika Flatten, ehemalige Doktorandin am Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz (IMPS) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), ist mit dem Dissertationspreis der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (Degro) ausgezeichnet worden. Die Urkunde, verbunden mit einer Anerkennung in Höhe von 1500 Euro, überreichte ihr auf dem 28. Kongress der Degro in Stuttgart deren Präsidentin, Prof. Dr. Cordula Petersen.

In ihrer Dissertation hat sich Flatten mit der Verbesserung der Bestrahlung von Lungentumoren mit Protonen- und Ionenstrahlung beschäftigt. Lungentumore sind die häufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Mit der Partikel-Strahlentherapie, etwa am Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT), existiert eine neue Behandlungsoption. Allerdings bestehen noch einige Probleme, die einen breiten Einsatz dieser Bestrahlungstechnik in der Klinik verhindert. Eines dieser Probleme ist die sogenannte Bragg-Peak-Modulation: Wegen des stark inhomogenen Gewebes der Lunge kann es bei einer Bestrahlung des Lungentumors zu einer Unterdosierung im Tumor und zu möglichen Überdosierungen im Gewebe hinter dem Tumor kommen. Unerwünschten Nebenwirkung der Strahlung im gesunden Gewebe sind die Folge.

Dieser Effekt kann bislang in der Planung der Bestrahlung und der im Vorfeld durchgeführten Dosisoptimierung und Dosisberechnung nicht berücksichtigt werden. In ihrer Arbeit hat Flatten physikalische Modelle und Methoden entwickelt, die den Effekt der Bragg-Peak-Modulation berechenbar machen und damit eine verbesserte Optimierung der Dosisverteilung im Patienten erlauben. Ihre Ergebnisse hat sie in mehreren hochrangigen internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert.

Veronika Flatten hat im Jahr 2016 als Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Klemens Zink am IMPS begonnen und im Jahr 2021 mit der Note „summa cum laude“ abgeschlossen. Die Promotion erfolgte im Rahmen eines kooperativen Verfahrens an der Philipps-Universität Marburg unter der gemeinsamen Betreuung von Zink und Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic, der Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.