Alex Rasumak„Gwobr Prosiect Israddedig Sefydliad y Peirianwyr Mecanyddol” steht auf der Urkunde, die Alex Rasumak von seinem einjährigen Auslandsstudium an die Fachhochschule Gießen-Friedberg zurückgebracht hat. Das ist walisisch und bedeutet, dass der Maschinenbaustudent an der Glyndwr University den Undergraduate Project Prize des Instituts für Maschinenbau gewonnen hat.

Angefangen hatte alles mit einer spontanen Entscheidung. „Englisch hat schon in der Schule nicht zu meinen Stärken gehört. Das wollte ich ändern. Und Englisch lernt man am besten dort, wo man nicht auf seine Muttersprache ausweichen kann“,  erinnert sich der 25-Jährige. Ein Besuch im Auslandsreferat der Fachhochschule verschaffte ihm eine erste Orientierung. Silke Wehmer schickte ihn zu Dr. Eckhard Wiederuh vom Gießener Fachbereich Maschinenbau, Mikrotechnik, Energie- und Wärmetechnik. Der Maschinenbauprofessor empfahl Rasumak die Glyndwr University in Wrexham und stellte den Kontakt her.

Glyndwr University, Wrexham, WalesNach vier Semestern an der FH brach Rasumak gemeinsam mit zwei Kommilitonen im Herbst 2008 nach Wales auf. Die Finanzierung des Auslandsaufenthalts war durch Unterstützung der Eltern, BAföG-Mittel und ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes gesichert. „Ursprünglich wollte ich nur meine Sprachkenntnisse verbessern und ein paar Scheine machen, die ich für das Maschinenbaustudium in Gießen gebrauchen konnte. Ein Bachelorstudium in Englisch habe ich mir gar nicht zugetraut“, sagt der Rückkehrer, der in Fergana im heutigen Usbekistan geboren wurde und als Neunjähriger mit seinen Eltern nach Deutschland kam.

Anfangs habe er in Wales mit der Sprache kämpfen müssen, aber eine christliche Gemeinde habe ihn in Wrexham herzlich aufgenommen und ihm die Integration sehr leicht gemacht. Alex Rasumak, der auch Mitglied im Bibelkreis der FH Gießen-Friedberg ist, schöpft viel Kraft aus seinem Glauben. Dass er seinen Bachelor mit der Note sehr gut bestanden und auch noch den Preis als bester Student gewonnen hat, sieht er einerseits als Folge von Fleiß und Ausdauer. Auch sein Betreuer Dr. Xiaogang Yang habe ihn bei seiner Arbeit sehr unterstützt. Er ist sich aber auch sicher, „dass Gott eingegriffen hat“ und ihm erst so der Erfolg möglich wurde.

In der preisgekrönten Thesis, die ihn zum Bachelor of Engineering in Aeronautical and Mechanical Engineering machte, hat Alex Rasumak sich mit der Computersimulation des Strömungsverhaltens von Flugzeugen beschäftigt. Wenn man die Turbulenzen, die ein Flugzeug verursacht, zu reduzieren vermöge, ließe sich der Startabstand verringern und der Geräuschpegel senken.

Von der walisischen Universität hat Rasumak bereits Angebote erhalten, dort seinen Masterabschluss zu machen und vielleicht zu promovieren. Der gelernte Zerspanungsmechaniker hat aber andere Pläne. Im Jahr 2011 will er zunächst seinen Diplomstudium an der Fachhochschule abschließen und dabei seine Diplomarbeit möglichst beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen schreiben.