FH-Präsident Prof. Günther Grabatin (links) zeichnete Iatimad Mabrouk und Zhen Yang mit dem Reza-Mehran-Förderpreis aus.Iatimad Mabrouk und Zhen Yang sind an der FH Gießen-Friedberg mit dem Reza-Mehran-Förderpreis geehrt worden. Die marokkanische Studentin und der chinesische Student haben die Auszeichnung, die mit insgesamt 1.600 Euro dotiert war, für herausragende Leistungen während ihres bisherigen Studienverlaufs erhalten.

Iatimad Mabrouk, die Empfängerin des ersten Preises, studiert Elektrotechnik in Friedberg. Die 26-jährige Marokkanerin, die zurzeit ihr Berufspraktisches Semester bei Siemens in Frankfurt absolviert, ist 2003 nach Deutschland gekommen. Ihre Eltern hätten sie zu einem Auslandsstudium ermutigt. Elektrotechnik gelte zwar als typisches Männerfach, sie habe aber schon immer eine Neigung zu naturwissenschaftlichen Fächern gehabt und könne sich gut vorstellen, nach ihrem Erststudium zu promovieren. Wenn es nach dem Urteil des FH-Präsidiums geht, hat die angehende Elektroingenieurin die Herausforderungen des Studiums im Ausland bisher beispielhaft gemeistert. Nach den höchsten Hürden gefragt, nennt sie die Schwierigkeit, die deutsche Sprache so zu erlernen, dass sie sowohl bei der Verständigung im Alltag als auch im Vorlesungsbetrieb sicher damit umgehen kann. Der Preis bedeute ihr sehr viel, sagte sie bei der Entgegennahme und fügte hinzu, auch wenn sie perfekt Deutsch spräche, würde es ihr an Worten fehlen, ihre Freude über die Auszeichnung auszudrücken.

Zhen Yang, der 2001 nach Deutschland kam, begründet diesen Schritt unter anderem mit dem Weltruf der deutschen Industrie und der Qualität ihrer Produkte. Sein Interesse an Technik führte ihn zu der Entscheidung, an der FH in Friedberg ein Mechatronik-Studium zu beginnen, eine akademische Ausbildung, die nach seiner Überzeugung Komponenten des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und Informatik in beruflich vorteilhafter Weise miteinander kombiniert. Zurzeit sucht der 26-jährige Student nach einer Stelle für sein Berufspraktisches Semester. Danach wird er sich zum Abschluss des Studiums an sein Diplomprojekt begeben. Den Preis bezeichnet er als „große Motivation für mein weiteres Studium und Berufsleben". Die zuerkannte Geldsumme will er unter anderem in Geschenke für seine Eltern investieren, „damit sie diese Ehre auch fühlen können". Eine künftige Aufgabe für sich erkennt er unter anderem darin, am Aufbau einer „Brücke zwischen Europa und China" mitzuwirken, die zur Völkerverständigung beitragen kann.

Preisstifter Dr. Reza Mehran hat als Professor am Friedberger Fachbereich Informationstechnik - Elektrotechnik - Mechatronik gelehrt. Seine Initiative geht zurück auf eigene Erfahrungen während seiner Studienzeit an der Technischen Hochschule Aachen. Damals hatte er nach dem Abschluss des Grundstudiums einen Preis erhalten. Mehr als das Preisgeld habe die damit verbundene Anerkennung ihn zum erfolgreichen Abschluss des Studiums angespornt. Eine vergleichbare motivierende Wirkung will der inzwischen pensionierte Professor mit dem Preis erzielen, den er für ausländische Studierende an der FH Gießen-Friedberg ausgelobt hat.