Preis für exzellente LehreDrei Professoren haben den erstmals vergebenen „Preis für exzellente Lehre“ der Fachhochschule Gießen-Friedberg erhalten. Dr. Kai Bruchlos, Dr. Ulrich Nissen und Dr. Klaus Schuchardt nahmen die mit je 2000 Euro dotierte Auszeichnung während des Tags der Hochschule in Gießen von FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin entgegen. Einen mit 4000 Euro dotierten Sonderpreis erhielt Prof. Dr. Andreas Slemeyer. Die Preise, so Grabatin, sollen die herausragende Rolle dokumentieren, die die Lehre für die FH als praxisorientierte Hochschule spielt.

Studierende der Logistik hatten Prof. Dr. Kai Bruchlos vom Friedberger Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung vorgeschlagen. Wie Grabatin in seiner Laudatio betonte, hat der Hochschullehrer es geschafft, den Studierenden das Angstfach Mathematik durch den Einsatz des Lernteamcoaching näher zu bringen. Diese Methode fördere die Entwicklung sozialer Kompetenzen und ermögliche eine hohe Betreuungsintensität. Studentische Tutoren waren von Beginn an einbezogen. „Vielfältige methodische Angebote, seine große Offenheit und sein Engagement für die Anregung von Lernprozessen erklären seine Beliebtheit bei den Studierenden“, sagte Grabatin.

Für gleich drei Projekte erhielt Prof. Dr. Ulrich Nissen vom Gießener Fachbereich Wirtschaft den Preis für exzellente Lehre. Er stellte Lehrveranstaltungen vom klassischen seminaristischen Unterricht auf das Problem Based Learning um. Die Evaluationsergebnisse und die Durchschnittsnoten verbesserten sich deutlich. Für die Masterstudenten ergänzte er die Methode durch das „Unternehmenstheater“, in dem die Studierenden sich in die Rolle von Funktionsträgern versetzen. Ein drittes Projekt von Nissen greift das Ziel interdisziplinärer Lösung praktischer Fragen auf. Der Wirtschaftsingenieur entwickelte ein neues Fach „Betriebliches Energiemanagement“, das die Themen Energieeffizienz, Energiekosten und Energiemanagement in die Controlling-Lehre integriert.

Der studentische Fachschaftsrat Wirtschaftsingenieurwesen hat den Friedberger Prof. Dr. Klaus Schuchard vorgeschlagen. Er habe, so Grabatin, im anspruchsvollen Fach Technische Mechanik seine Studierenden vom „Lernen müssen“ zum „Lernen wollen“ bewegen können. „Nachhaltig wirksam wird der Einsatz von Prof. Schuchard für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Qualität der Lehre, zum Beispiel über die Strukturentwicklung des Fachbereichs, die Verbesserung des Curriculums und die Betreuung der Studierenden. Er trägt so aktiv zur Entwicklung der Lehr- und Lernkultur im Sinne der Grundsätze guter Lehre bei“, heißt es in der Laudatio.

Für sein nachhaltiges Engagement bei der Verbesserung von Studium und Lehre erhielt Prof. Dr. Andreas Slemeyer einen Sonderpreis der Jury. Der Hochschullehrer vom Gießener Fachbereich Elektro- und Informationstechnik war maßgeblich für die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Qualität in Lehre und Studium verantwortlich. Viele Anregungen für eine neuzeitliche Hochschuldidaktik habe Slemeyer an die Fachhochschule gebracht, betonte der FH-Präsident. „Sie haben mit Beharrlichkeit, großem Engagement und bester Sachkenntnis über lange Jahre für die Verwirklichung der Idee gearbeitet, der Lehre den Stellenwert zu geben, der ihr gebührt. Dafür haben Sie den Sonderpreis für Exzellenz in der Lehre mehr als verdient“, schloss Grabatin.

Der Preis für exzellente Lehre ist Bestandteil des „Aktionsplans gute Lehre“, den das Zentrum für Qualitätsentwicklung, die Arbeitsgemeinschaft Qualität in Lehre und Studium und die Stabsstelle für interne wissenschaftliche Weiterbildung gemeinsam entwickelt haben. Er soll künftig einmal im Jahr vergeben werden.