Beim „Scip Student Award 2004" hat Astrid Altensen von der Fachhochschule Gießen-Friedberg mit ihrer Diplomarbeit über „Stellenwert und Verbreitung von Competitive Intelligence in Deutschland und im deutschsprachigen Raum" den ersten Platz belegt. Der Preis wird von der deutschen Sektion der „Society of Competitive Intelligence Professionals" (scip) jährlich vergeben. Scip ist der internationale Berufsverband der Markt- und Wettbewerbsbeobachter. „Competitive Intelligence," so Astrid Altensen, die aus Schöffengrund bei Wetzlar stammt, „bezeichnet die strategische Frühaufklärung des Unternehmensumfeldes. In einem analytischen Prozess werden bruchstückhafte Informationen in anwendbares Wissen transformiert. Dazu beschäftigen Unternehmen Spezialisten, die Daten systematisch sammeln, analysieren und an die Entscheidungsträger berichten. Das produzierte Wissen - die Intelligence - hilft dem Management, strategisch wichtige Entscheidungen zu treffen."
In ihrer am Gießener Fachbereich Wirtschaft von Prof. Dr. Klaus Tölle und dem Lehrbeauftragten Dietmar Pfaff betreuten Arbeit untersuchte Altensen Bekanntheit und Verbreitung des aus den USA stammenden Konzepts der Competitive Intelligence. In Kooperation mit Rainer Michaeli, Geschäftsführer der Technologie- und Wirtschaftsberatung „Die Denkfabrik" befragte sie 499 mittelständische und Großunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Diplomarbeit wurde mit der Note „sehr gut" bewertet.
Sechzig Prozent der antwortenden Firmen gaben an, den Begriff Competitive Intelligence zu kennen, aber nur ein Viertel davon konnte ihn korrekt definieren. Der tatsächliche Einsatz des Managementinstruments korreliert mit Branchenzugehörigkeit und Unternehmensgröße. Automobilindustrie, Handel, Banken und Versicherungen, Pharma- und IT-Industrie nutzen es überdurchschnittlich. Von den Großunternehmen gab ein Viertel an, eine eigene CI-Abteilung zu besitzen.
Noch werde das Konzept der Competitive Intelligence in Deutschland relativ selten eingesetzt, so das Fazit der Betriebswirtin. Ihre Untersuchung zeige allerdings, dass sich dies ändere: 55 Prozent der Unternehmen wollten ihre CI-Tätigkeiten zukünftig ausbauen.
Im Rahmen eines Trainee-Programms bei Bosch Buderus Thermotechnik arbeitet Astrid Altensen zurzeit im englischen Worcester. Ab Januar wird das Wetzlarer Unternehmen, das als europäischer Marktführer in der Heizungstechnik gilt, die 25-Jährige fest einstellen. Ihre Aufgaben werden dann in der Marktforschung und im Informationsmanagement liegen.