Die THM hat Neha Shrestha, die aus Nepal zum Studium nach Deutschland gekommen ist, mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet. Foto: Till SchürmannNeha Shrestha, Masterabsolventin an der Technischen Hochschule Mittelhessen, hat den DAAD-Preis 2023 erhalten. Zuerkannt wurde ihr die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre akademischen Leistungen und ihr gemeinnütziges Engagement. Die aus Nepal stammende Studentin hat den vom Deutschen Akademischen Austauschdienst ausgelobten Preis im Festprogramm des Hochschulballs der THM entgegengenommen.

Neha Shrestha kam 2014 aus dem nepalesischen Distrikt Kavrepalanchok nach Deutschland, um hier zu studieren. „Mit vielen Träumen habe ich damals diesen Weg eingeschlagen“, bekennt sie und nennt als erste Stationen nach ihrer Ankunft einen Deutschkurs in Gießen und das Studienkolleg an der Frankfurter Universität. In ihrem mittelhessischen Freundeskreis hatte sie von der THM gehört und von einem Studienprogramm erfahren, das ihr passend erschien: Biomedizinische Technik (BMT). Zum Wintersemester 2016/17 immatrikulierte sie sich an der THM. „Der Studiengang BMT ermöglichte es mir, meine Interessen mit den Themen der Mathematik, der Physik und der Medizin zu verbinden“, erklärt sie und erwähnt auch die „vielfältigen Berufsfelder“ als Motiv für ihre Studienwahl. 

Während ihres ersten Studiums setzte sie einen Schwerpunkt auf die Medizinische Physik, ein Fach, das sie nach eigenen Worten „schnell begeisterte“. Folglich ergriff sie nach dem Bachelor die Chance, sich an der THM mit dem Master in Medizinischer Physik weiter zu qualifizieren. Dieses Etappenziel wird sie voraussichtlich schon im Januar 2024 erreichen. Doch damit soll ihr wissenschaftlicher Werdegang noch nicht zu Ende sein. Sie strebt die Promotion in diesem Fach an und will sich zudem auf dem Gebiet der Strahlentherapie weiterbilden.

Ihre Leistungen finden Anerkennung an der THM. Prof. Dr. Klemens Zink, der sie für die Auszeichnung vorgeschlagen hat, bescheinigt Neha Shrestha in seiner Laudatio, dass sie ihm bereits durch eine experimentelle Projektarbeit am Marburger Ionenstrahl Therapiezentrum (MIT) äußerst positiv aufgefallen sei. Er fährt fort: „Dies war der Grund, warum ich ihr am MIT eine Masterarbeit zum Thema ‚Einsatz des Dual CT zur Reduzierung der Reichweitenunsicherheiten in der Partikeltherapie‘ angeboten habe.“ Auch ihre Bereitschaft zur dauerhaften Studienfinanzierung durch Nebenjobs führt er an sowie ihren ehramtlichen Einsatz für „entwicklungs- und umweltpolitische Ziele“. So arbeitet sie zum Beispiel bei der Evangelischen Studierendengemeinde und dem Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Hessen mit, betreut aber auch als Mentorin Neuimmatrikulierte an der THM. Beeindruckt resümiert Prof. Zink: „Vor diesem Hintergrund kann man ihre bisherigen guten, in Teilen sehr guten Leistungen gar nicht hoch genug einschätzen.“    

Die Prognose, dass diese leistungsbereite Studentin auch die Herausforderungen einer Promotion meistern wird, erscheint nicht gewagt. Und wohin zieht es sie dann? Zu ihren Zukunftsvorstellungen befragt, antwortet Neha Shrestha: „Die Entscheidung, nach diesen wunderbaren Jahren in Deutschland nach Hause zurückzukehren, fällt mir natürlich sehr schwer. Aber ich würde mich auch sehr freuen, wenn ich mein Fachwissen in Nepal weitergeben könnte. Eine Lehrtätigkeit in Nepal wäre für mich eine gute Überlegung.“