Christian Weis„Ein Semester Akklimatisierung muss sein, am Anfang weiß man schließlich noch nicht, wie alles läuft an der FH“, sagt Christian Weis rückblickend auf das erste Semester an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Deshalb habe er zu Beginn seines Studiums der Mikrotechnik/Optronik auch nur so viele Scheine gemacht wie der Studienplan vorsieht.

Später ging es dann flotter. Weis, der im Oktober 2003 sein Studium am Fachbereich Maschinenbau, Mikrotechnik, Energie- und Wärmetechnik begann, ist seit kurzem Diplom-Ingenieur. Das Studium, das die Mehrheit nicht in der Regelstudienzeit von acht Semestern schafft, schloss der gelernte Feinmechaniker in gerade einmal sechs Semestern mit der Note „sehr gut“ ab.

Ein Geheimrezept für sein Turbostudium kann Christian Weis nicht verraten. Für besonders begabt hält er sich nicht: „Ich hatte ähnliche Voraussetzungen wie alle anderen auch.“ Mathematik zum Beispiel habe er nicht besonders gemocht, und auch sonst sei alles hart erarbeitet. Viel Freizeit  habe er während des Studiums nicht gehabt. Wichtig sei eine „geschickte Organisation“ gewesen. Man müsse aufpassen, dass Klausurtermine sich nicht überschneiden und natürlich habe er auch nicht alle Vorlesungen besuchen können. „Vieles habe ich mir abends zu Hause mit Skripten und Büchern selbst angeeignet“, sagt der 24-Jährige, der vor seinem Studium die Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar besucht hat.

Dabei ist Weis keineswegs ein Eigenbrötler: „Ohne Lerngruppen geht´s nicht“, ist seine Erfahrung. Die haben nicht nur ihm geholfen, sondern auch seinen Studienkollegen. „Er war vielen seiner Kommilitonen stets ein hilfreicher und fachkundiger Ansprechpartner“,  heißt es in einer Ehrenurkunde, die Fachbereichsdekan Prof. Peter Orlowski dem frisch diplomierten Ingenieur bei der Examensfeier überreichte. In seiner Diplomarbeit, die von Prof. Dr. Jörg Willhelm betreut wurde, entwickelte Weis ein Messgerät für die UV-Lithografie. Dabei habe er „seine hervorragenden Fachkenntnisse auf den Gebieten Konstruktionstechnik, Optik und Messtechnik eindrucksvoll unter Beweis gestellt“.

Das will der Optroniker auch weiterhin tun. Er ist auf der Suche nach einer Stelle, die ihm die Möglichkeit zur Promotion eröffnet. Ob ihm für sein Hobby, die Astronomie, dann allerdings mehr Zeit bleibt als während des Studiums, wird sich zeigen.