„Wer mit 30 Jahren ein Studium beginnt, muss schnell studieren“, dachte Benjamin Einert, als er sich an der Fachhochschule in Friedberg für Medieninformatik eingeschrieben hatte. Dass er bereits im sechsten Semester seine Diplomarbeit anmelden wollte, überraschte den Studienausschuss dann aber doch ein wenig. Schließlich beträgt die Regelstudienzeit 8 Semester.

Der gelernte Einzelhandelskaufmann hatte 2002 auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur am Abendgymnasium Gießen abgeschlossen. Im Jahr 2004 begann er das Studium der Medieninformatik an der FH Gießen-Friedberg, weil er seine im Berufsalltag erworbenen Kenntnisse im Webdesign erweitern wollte. Außerdem sei ein akademischer Abschluss wichtig, da immer mehr gezielt qualifizierte Fachkräfte und weniger Seiteneinsteiger für die Webentwicklung gesucht würden.

Von Beginn an nutzte Einert Lücken im Stundenplan, um Lehrveranstaltungen höherer Semester zu besuchen. Erfahrungen in der Softwareentwicklung während seiner Berufstätigkeit wurden ihm als Praktikum anerkannt, so dass er schon im sechsten Semester Zeit für seine Diplomarbeit fand, in der er eine webbasierte Präsentationssoftware entwickelte. Die Arbeit, die Prof. Dr. Joachim Zinke (Fachbereich Informationstechnik – Elektrotechnik – Mechatronik) betreute, wurde mit der Note sehr gut bewertet.

Seine Kommilitonen bescheinigen Einert große Disziplin. Für den Diplom-Ingenieur selbst war der gute Zusammenhalt in seiner Lerngruppe ein wichtiger Erfolgsfaktor. Das Team habe ihn immer wieder motiviert, sagt der 33-Jährige.

Seit Anfang des Monats arbeitet der FH-Absolvent als freiberuflicher Web-Anwendungsentwickler. Er erstellt Internetseiten und betreut Anwendungen wie zum Beispiel eine Web-Seminarplattform. Auch der Fachhochschule bleibt Einert erhalten. Im kommenden Wintersemester übernimmt er in Friedberg einen Lehrauftrag und wird Studienanfängern die Grundlagen des Mediendesigns beibringen.