Der neue FH-Ehrensenator Karl-Heinz Lust mit FH-Präsident Günther Grabatin (links) und Staatssekretär Andreas Storm (rechts)Die Fachhochschule Gießen-Friedberg hat den Unternehmer Karl-Heinz Lust zu ihrem Ehrensenator ernannt. Während einer Feierstunde im Kloster Altenberg bei Solms überreichte FH-Präsident Prof. Dr. Günter Grabatin dem 62-jährigen Lahnauer die Urkunde. Die Laudatio hielt Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Lust stehe für innovative Forschung und Entwicklung, mutigen Gründergeist und erfolgreiches Unternehmertum, so Storm vor mehr als 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Schon früh habe der Physiker das Potenzial des Technologiefeldes Magnetische Mikrosysteme erkannt und bereits mit 25 Jahren sein erstes Unternehmen gegründet. Der Staatssekretär erinnerte daran, dass zu Beginn die Waschküche der Schwiegereltern als Labor für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an den ersten Sensoren diente. Dies sei der Anfang einer beispiellosen Erfolgsstory gewesen. Heute gehörten zur Unternehmensgruppe sechs Hightech-Firmen, die mit über 1000 Mitarbeitern einen Umsatz von jährlich 170 Millionen Euro erzielten. „Die Lust-Unternehmensgruppe", so Storm, „ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Innovationskraft gepaart mit Unternehmergeist am Standort Deutschland eine wettbewerbsfähige Forschung, Entwicklung und Produktion sichern und ausbauen kann." Auch in seinem ehrenamtlichen Engagement sei Lust vorbildlich. 13 Jahre habe er als Präsident die IHK Wetzlar geführt, deren Ehrenpräsident er heute ist. Aus der Vielzahl sonstiger Funktionen hob Storm besonders die Mitgliedschaft in der Forschungsunion hervor, dem Beratergremium, das Bildungsministerin Annette Schavan bei der Umsetzung der Hightech-Strategie der Bundesregierung berät. Lust wirke an der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft. Das dokumentiere auch sein Engagement für die Fachhochschule Gießen-Friedberg, mit der seine Unternehmen in Forschung, Entwicklung und Ausbildung eng zusammenarbeiteten.

„Ich gratuliere Ihnen, Herr Lust, zur Verleihung der Ehrensenatorwürde. Aber ich möchte auch nicht versäumen, Sie, Herr Prof. Grabatin, zu Ihrem neuen Ehrensenator zu beglückwünschen", schloss Storm seine Laudatio.

Der FH-Präsident wies darauf hin, dass Karl-Heinz Lust erst die zweite Persönlichkeit ist, der die Hochschule auf Beschluss ihres Senats die Würde eines Ehrensenators zuerkennt. Lust habe mit seinem Engagement für innovative Wege der Kooperation zwischen Unternehmen und Hochschule große Verdienste um die FH sowie die gesamte Wissenschafts- und Wirtschaftsregion Mittelhessen erworben. Grabatin zitierte die Ernennungsurkunde, in der es heißt: „Die Hochschule würdigt mit dieser Auszeichnung die Leistungen von Herrn Lust, der klassisches Unternehmertum, industrielle Praxis und angewandte Forschung in vorbildlicher Weise in einer Person vereint. Er hat sich um die Weiterentwick­lung der Beziehung von Wirtschaft und Wissenschaft verdient gemacht. Für die Fachhochschule Gießen-Friedberg ist er seit langem ein hochgeschätzter Berater, Partner und Förderer."

In seiner Dankrede sagte Karl-Heinz Lust, noch als IHK-Präsident habe er eine Stiftung auf den Weg gebracht, mit der die heimische Wirtschaft die in diesem Jahr gegründeten wissenschaftlichen Kompetenzzentren der Fachhochschule unterstützen wolle. Er sei froh, dass die Gründung dieser Stiftung jetzt unmittelbar bevorstehe und die IHK Lahn-Dill sie mit einem Startkapital von 100.000 Euro ausstatten werde. Er selbst habe sich entschlossen, noch einmal den gleichen Betrag beizusteuern, so der Geehrte unter lang anhaltendem Beifall der Gäste. Lust rief andere Unternehmen auf, sich zur Stärkung des Standorts Mittelhessen an der Stiftung zu beteiligen.

Über die Auszeichnung durch die Fachhochschule freue er sich sehr. Was er aufgebaut habe, habe er nicht allein schaffen können, sondern „nur durch Vertrauen, Freundschaft, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit der Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe."