Ferry Darmawan Wibowo wurde im Rahmen der Erstsemesterbegrüßung in Friedberg der DAAD-Preis verliehen.„Lasst euch von Problemen nicht entmutigen. Wichtig ist, dass ihr im Studium einen Plan habt. Was ihr euch vorgenommen habt, könnt Ihr schaffen.“
Mit diesen Worten wandte sich Ferry Darmawan Wibowo an die neuen Studentinnen und Studenten der Technischen Hochschule Mittelhessen, als ihm Vizepräsident Prof. Dr. Axel Schumann im Rahmen der Erstsemesterbegrüßung in Friedberg den DAAD-Preis verliehen hatte. Die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst an Studenten vergeben, die mit besonderen Studienleistungen und außerordentlichem sozialen oder kulturellen Engagement hervorgetreten sind.

Der 27-jährige Indonesier stammt aus der Stadt Surakarta. Nachdem er sich für das nationale Team der Informatik-Olympiade qualifiziert hatte, erwachte in ihm der Wunsch, dieses Fach ausgerichtet auf ökonomische Anwendungen zu studieren. Weil ihm bekannt war, dass es in Deutschland auf diesem Gebiet ein hochwertiges akademisches Angebot gibt, verließ er sein Heimatland und absolvierte in Leipzig ein Studienkolleg, um die Hochschulreife zu erwerben. An der TU Darmstadt schrieb er sich 2007 im Studiengang Wirtschaftsinformatik ein. Erfolgreich absolvierte er sein Erststudium, das er 2010 mit dem Bachelor zügig beendete. Obwohl er zur Finanzierung seines Studiums jobben musste, brachte er noch die Zeit und Bereitschaft auf, sich in der Katholischen Indonesischen Hochschulgruppe Hessen zu engagieren, einem Verein, der unter anderem kulturell tätig ist und ausländische Studierende unterstützt.

Um sich wissenschaftlich weiter zu qualifizieren, sondierte er nach dem Bachelor die Möglichkeiten und entschied sich für das Masterprogramm Wirtschaftsinformatik, das die TH Mittelhessen gemeinsam mit der FH Frankfurt anbietet. Nach nur zwei Semestern - aus persönlichen Gründen hatte er sich ein Jahr Auszeit genommen - schloss er dieses auf vier Semester angelegte Studium im April 2012 ab. In seiner Masterthesis entwickelte er die theoretischen Grundlagen für ein Dienstleistungssystem im Internet, das in der indonesischen Hauptstadt Jakarta eingesetzt werden kann. Vor wenigen Tagen trat er eine Stelle als IT-Advisory bei KPMG in Mannheim an. Zu seinen beruflichen Aufgaben gehört es, Geschäftsprozesse in Unternehmen zu analysieren und dort zur Verbesserung der Informationsverarbeitung beizutragen.

Auf die Frage, wie er heute seine Entscheidung bewerte, in Deutschland zu studieren, antwortet er: „Am Anfang musste ich kämpfen. Aber insgesamt ist Deutschland zu einem guten Land für mich geworden. Wenn man bereit ist, an sich zu arbeiten, kann man hier verwirklichen, was man sich vornimmt.“

Die Auszeichnung mit dem DAAD-Preis freue ihn sehr, sagt Ferry Darmawan Wibowo und erklärt: „Diese Anerkennung meiner Leistungen bedeutet mir viel. Aber ich glaube, sie kann auch anderen guttun. Denn der Preis zeigt Studenten, die aus dem Ausland kommen, dass sie hier viel erreichen können, sogar mehr, als sie sich am Anfang selbst zutrauen.“

Gießen, 10. Oktober