Prof. Jörg Subke und Preisträgerin Maren FinckMaren Finck ist mit dem Hermann-Appel-Preis ausgezeichnet worden. Die Diplom-Ingenieurin hat ihr Studium der Orthopädie- und Rehatechnik im vergangenen Sommersemester an der Fachhochschule Gießen-Friedberg abgeschlossen. Für ihre Diplomarbeit mit dem Titel „Modifikation des TNO Pedestrian Models zur Erhöhung seiner Biofidelität“ erhielt sie den mit 2000 Euro dotierten 2. Preis in der Kategorie Fahrzeugentwicklung.

In ihrer Arbeit befasste sich die 28-Jährige mit einem Simulationsmodell, das in Testverfahren bei der Entwicklung von Kraftfahrzeugen eingesetzt wird. Die Nutzung von Menschmodellen in der Simulation erlaubt es, Verletzungspotentiale, Aufprallpositionen und Aufprallgeschwindigkeiten zu ermitteln, bevor die gesetzlich vorgeschriebenen Tests mit Prüfkörpern („Dummies“) und realen Fahrzeugen vorgenommen werden. Solche Simulationsverfahren sparen in der Entwicklung Zeit und Kosten. Die Arbeit wurde von den Professoren Dr. Jörg Subke (Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie) und Dr. Martin Pitzer (Fachbereich Maschinenbau, Mikrotechnik, Energie- und Wärmetechnik) betreut.

Maren Finck untersuchte in ihrer Diplomarbeit ein im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie entwickeltes Mehrkörper-Fußgängermodell, mit dem Kollisionen zwischen Fußgängern und Fahrzeugen simuliert werden. Sie modifizierte die starre Struktur des Modells so, dass anatomisch korrekte Schulterbewegungen möglich werden, die der menschlichen Physiologie entsprechen. Während der Fußgänger-Fahrzeug-Kollision kann nun ein Bewegungsverhalten erzeugt werden, das ab dem Zeitpunkt des Hüftaufpralls sehr viel realistischer ist als im Ausgangsmodell.

Maren Finck hat ihre Diplomarbeit bei der EASi Engineering GmbH in Alzenau geschrieben. Bei diesem Unternehmen ist sie mittlerweile als Projektingenieurin tätig und entwickelt Simulationsmodelle für den Insassenschutz.

Der Hermann-Appel-Preis wird seit 2004 einmal jährlich an junge Ingenieure verliehen, die sich durch hervorragende Arbeiten in den Fachgebieten Elektronik-, Antriebsstrang- und Fahrzeugentwicklung ausgezeichnet haben. Die Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr will als Stifterin mit dem Preis die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft vertiefen.