Myroslava Kovalchuk mit den Professoren Klytta, Geuting und Reimers (von links)Ihre erste Begegnung mit Gießen verdankt Myroslava Kovalchuk, die aus der Ukraine stammt, einem Saiteninstrument. Als Banduristin spielte sie 2003 im Ensemble „Zaspiv“, das im Rahmen eines Benefizkonzertes internationaler Gruppen an der FH Gießen-Friedberg gastierte. Die Studentin der Technischen Universität Lviv beschränkte sich bei ihrem damaligen Besuch nicht darauf, mit ihrem Orchester ein gefeiertes Konzert zu geben. Sie interessierte sich auch für das Fächerspektrum der gastgebenden Hochschule.

Soeben hat Myroslava Kovalchuk ihren inzwischen dritten Aufenthalt an der FH Gießen-Friedberg beendet. Die 25-jährige Ökonomin hat am Fachbereich Wirtschaft erneut an ihrer Dissertation gearbeitet. Dabei widmet sie sich dem Thema „Die ökonomischen Mechanismen der Förderung von Exportproduktion in Industrieunternehmen“. In Gießen recherchierte sie Material für ihre Abhandlung in der Bibliothek, sie besuchte ausgewählte Lehrveranstaltungen und nutzte die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. An der FH ist Prof. Dr. Derk-Hayo Reimers der Betreuer ihrer Dissertation. Er unterstützt sie z.B. darin, Wissen und Erfahrungen aus Industrienationen wie Deutschland und Japan in die Betrachtungen ihrer Doktorarbeit einfließen zu lassen. Das Thema ist hochaktuell, denn die Ukraine ist sehr interessiert an einer stärkeren wirtschaftlichen Anbindung an den Westen.

„Die beiden Arbeitsphasen in Gießen haben mich weiter gebracht. Ich habe hier an der FH große Fortschritte gemacht, weil ich sehr konzentriert an meinem Thema arbeiten konnte“, bilanziert Myroslava Kovalchuk kurz vor ihrer Abreise. Gewohnt hat sie in einem Apartment auf dem Campus. Die Unterbringung bezahlte der Förderverein des Fachbereichs Wirtschaft auf Empfehlung des Dekans Prof. Dr. Horst-Dieter Geuting. Die Lebenshaltungskosten und weitere Aufwendungen konnten aus einem Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes bestritten werden, das der FH Gießen-Friedberg die Kooperation mit Universitäten in Estland, Polen und der Ukraine ermöglicht. Der Initiator dieses Netzwerkes an der FH, Prof. Dr. Marius Klytta (Fachbereich Elektro- und Informationstechnik), sorgte dafür, dass ihre beiden Aufenthalte in Gießen aus Mitteln des Verbundes „Cooperation of Universities in Central and East Europe“ (CUCEE) gefördert werden konnten.        

Die junge Ökonomin will die Promotion im Sommer an ihrer Heimatuniversität, der Lvivska Polytechnika, abschließen. Sie hat vor, danach ihre wissenschaftliche Laufbahn fortzusetzen. Ihre grenzüberschreitenden Erfahrungen als Doktorandin werden ihr dabei als zusätzliche Qualifikation nützlich sein. In Lviv wird sie über ihren Aufenthalt an der mittelhessischen Hochschule berichten, um Studentinnen und Studenten zu motivieren, ihrem Beispiel zu folgen.