Das Team Nachhaltigkeitsmanagement der THM bilden (v.l.) Prof. Holger Rohn, Juliane Wegner, Prof. Dirk Metzger als verantwortliches Präsidiumsmitglied und Larissa Katzmann.Ob beim Bauen, in der Antriebstechnik oder der Materialtechnologie: In vielen Projekten widmen sich Forschung und Lehre an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) der Nachhaltigkeit. Die Hochschule selbst hat sich seit längerem einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben – eine neue „Stabsstelle Nachhaltigkeit“, angesiedelt bei Prof. Dirk Metzger als Vizepräsident für strategische Bauplanung und Nachhaltigkeit, bündelt seit April entsprechende Planungen und künftige Aktivitäten. Besetzt ist sie mit Dipl.-Ing. Juliane Wegner und M.Sc. Larissa Katzmann, Prof. Holger Rohn ist Nachhaltigkeitsbeauftragter der THM. Gemeinsam bilden Sie das Team Nachhaltigkeitsmanagement.

„Durch den Hochschulpakt sind wir ganzheitlich zu nachhaltigem Handeln verpflichtet“, sagt Metzger. Doch schreibe der Pakt nur eine Entwicklung fest, die an der THM schon zuvor und in informellen Runden begonnen habe. „Diese Runden waren der Nukleus für die neue Stabsstelle“, sagt Metzger. Sie soll Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe unter Betrachtung von ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten in allen Bereichen der Hochschule – Governance, Lehre, Forschung, Transfer und Betrieb – verankern. „Dieser ,Whole Institution Approach‘ betrifft alle Bereiche, horizontal und vertikal“, erklärt Metzger – kurz gesagt: Nachhaltigkeit soll bei jedem Thema mitgedacht werden.

Wegner und Katzmann koordinieren und gestalten dafür maßgeblich den Prozess zur Entwicklung einer Nachhaltigkeits-Strategie und etablieren eine Nachhaltigkeits-Berichterstattung. Die Erfahrungen der Diplom-Ingenieurin für Architektur und der Umweltwissenschaftlerin ergänzen sich: Wegner hat in Großbritannien und der Schweiz Hochschul- und Verwaltungsgebäude nach modernen Umweltstandards geplant und realisiert, bevor sie 2013 an die Justus-Liebig-Universität kam und dort „Referentin für strategische Bauentwicklung und Immobilien-Management“ war. Sie maßgeblich an der Einführung des Gießener Leihradsystems beteiligt. Katzmann war im Nachhaltigkeitsmanagement eines international tätigen Unternehmens für Medizintechnik und Pharma-Produkte und in einer Wasserbehörde beschäftigt, sie bringt eine interdisziplinäre Perspektive mit.

Die Arbeit der neuen Stabsstelle wird durch viele Faktoren beeinflusst: Neben dem Hochschulpakt etwa durch die „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen und die Nachhaltigkeits-Strategien von Bund und Land. „Als Team wollen wir das inhaltlich und organisatorisch umsetzen“, sagt Prof. Holger Rohn. Begonnene Projekte wie etwa ECO2, das Energiekonzept für eine CO2-neutrale Hochschule, fließen in die Arbeit der Stelle ein. Die Etablierung von mehr Biodiversität unter dem Stichwort „nachhaltiger Campus“ und einer „Green IT“ stehen mittelfristig auf der Agenda.

Selbstverständlich geht es bei einer über viele Städte und Gebäude verteilten Hochschule um nachhaltiges Gebäudemanagement und neu gedachte Mobilität. „Doch die Einsparung von CO2-Äquivalenten ist nur ein Aspekt von Nachhaltigkeit“; betont Wegner. Metzger ergänzt: „Die THM ist auch ein Multiplikator in die Gesellschaft“ – in Forschung und Lehre, aber auch in praktischem Alltags-Handeln. Daher soll ein „Green Office“ aufgebaut werden. „Es ist als Anlauf- und Mitmach-Schnittstelle für Beschäftigte und Studierende rund um Nachhaltigkeitsthemen, etwa bei Energieeffizienz und Klimaschutz, aber auch bei sozialen Themen gedacht“, erklärt Rohn. Es soll mit weiterem Personal ausgestattet werden, auch AStA und Gesamtpersonalrat sollen in die Konzeption des „Green Office“ einbezogen werden.

Darauf, dass die Etablierung nachhaltigen Denkens und Handelns auf allen Ebenen einer Hochschule einen langen Atem benötigt, sind die beiden Frauen der Stabsstelle bestens vorbereitet: Katzmann ist Triathletin, Wegner Ski-Marathonläuferin.