Bernd WeberBernd Weber, Projektingenieur an der FH Gießen-Friedberg, hat seine Promotion an der Justus-Liebig-Universität Gießen als Dr. agr. abgeschlossen. Bei dem Verfahren kooperierte die JLU mit dem Labor für Entsorgungstechnik (LET) der Fachhochschule.

Der 40-Jährige, der aus Hüttenberg stammt, befasste sich in seiner Dissertation mit der „Niedertemperaturkonvertierung (NTK) biogener Reststoffe zum rohstofflichen Recycling von Kohlenstoff und Phosphor“. Grundlage der Dissertation ist die Zusammenarbeit dreier Institute und eines Industriepartners in einem Forschungsschwerpunkt zur intelligenten Verwertung problematischer Reststoffe. Das Projekt wurde aus Mitteln der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Effizienz (LOEWE) finanziert. An der FH konzentriert sich das LET-Team um Prof. Dr. Ernst Stadlbauer auf Verfahren, mit denen organische Reststoffe in Rohöl und Kohle umgewandelt werden. Hier wird im Zeitraffer die erdgeschichtliche Bildung von Öl und Kohle im Labor nachvollzogen. Schwerpunkthema an der JLU im Institut für Pflanzenernährung (Prof. Dr. Diedrich Steffens) und der Professur für Prozesstechnik (Prof. Dr. Elmar Schlich) ist die Rückführung des in biogenen Reststoffen enthaltenen Phosphors als Sekundärrohstoffdünger. Das entspricht dem Sinn der Kreislaufwirtschaft.

Bernd Weber demonstrierte in seinen Versuchen, wie auf diesem Wege Phosphor und Kohlenstoff in hoher Qualität gewonnen werden können. Als Ausgangsmaterial verwendete er Rapspresskuchen, Klärschlamm und Tiermehl. Schlüssel zum Erfolg war die Beimischung von Soda zum Substrat, was zu einer Verbesserung der Produkteigenschaften führt. Der Doktorand zeigte damit Möglichkeiten des energieeffizienten Umgangs mit Ressourcen und der alternativen Energiegewinnung auf.

Mit seiner Promotion hat Weber seine wissenschaftliche Qualifizierung fortgesetzt, die er 1989 an der FH Gießen-Friedberg mit dem Studium der Energie- und Wärmetechnik begonnen und 1993 mit dem Diplom beendet hatte. Als Ingenieur setzte er zunächst Schwerpunkte auf Umwelt- und Haustechnik, bevor er 1999 aus Mittelhessen nach Mexiko City ging. Wertvoll waren für ihn die Auslandstätigkeit mit beruflichen Aktivitäten in der metallmechanischen Fertigung sowie die Ausführung praktischer und administrativer Aufgaben im technischen Service von Industriegütern. Im Jahr 2007 wechselte er zurück an seine Heimathochschule, wo er seitdem im Labor für Entsorgungstechnik vor allem Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wahrnimmt.