V.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Jochen Frey (THM Vizepräsident), Prof. Dr.-Ing. Markus Blatt, M. Eng. Maxime E. Asmussen, Dipl.-Ing. Ulrike Martins (Vorsitzende VDI Mittelhessen), M. Sc. Vita. A. Rabinovich, Prof. Dr. Harald Weigand, Dr.-Ing. Tatjana Lorenz, Ursula & Robert A. Kling (Sponsoren, IBC Wälzlager GmbH, Solms), Prof. Dr.-Ing. Stefan Lechner, Dr.-Ing. Felix Holy.Vier herausragende Nachwuchsingenieure der THM wurden mit dem renommierten Robert-Paul-Kling-Preis des VDI Bezirksvereins Mittelhessen e.V. ausgezeichnet. Zwei Dissertationen sowie zwei Masterarbeiten wurden für ihre exzellente wissenschaftliche Qualität und Praxisrelevanz prämiert. Die Preisträger kommen in diesem Jahr aus Gießen, Fernwald, Bad Endbach und Bad Nauheim. Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro zur Förderung junger Ingenieurinnen und Ingenieure vergeben. 

Angesichts der großen technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen gewinnt qualifizierter Nachwuchs zunehmend an Bedeutung. Die Förderung junger Ingenieurinnen und Ingenieure ist ein zentrales Anliegen des VDI (Verein Deutscher Ingenieure e.V.). Mit Initiativen wie dem Robert-Paul-Kling-Preis sowie dem Netzwerk „Young Engineers“ engagiert sich der VDI Bezirksverein Mittelhessen gezielt für die Unterstützung und Vernetzung von Studierenden und Berufseinsteigenden in den Ingenieurwissenschaften.

Preisträger stellen ihre Arbeiten in Kurzvorträgen vor

Im Rahmen der Preisverleihung hob der Vizepräsident der THM, Prof. Dr. Jochen Frey, in seinem Grußwort die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Hochschule und VDI hervor. Diese ist ein wichtiger Baustein, um junge Talente für ingenieurwissenschaftliche Berufe zu gewinnen und nachhaltig zu fördern.

Dr. Felix Brück, Vorstandsmitglied für den Robert-Paul-Kling-Preis, stellte die ausgezeichneten Arbeiten vor und fasste die Bewertungen der Jury zusammen. Im Anschluss präsentierten die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Forschungsergebnisse und gaben spannende Einblicke in ihre innovativen Ansätze und Lösungsstrategien:

Masterarbeiten

  • M. Eng. Maxime Elias Asmussen (Fernwald) – „Experimentelle und numerische Untersuchungen des statischen Biegeriss- und Verformungsverhaltens von vorgespannten Betonschwellen“
    Die Masterthesis widmet sich einem wichtigen Zukunftsthema der Bahninfrastruktur. Im Streckennetz der Deutschen Bahn AG befinden sich mehr als 80 Millionen Betonschwellen, deren Zustand entscheidend für einen sicheren und zuverlässigen Bahnverkehr ist. Ziel des Forschungsprojekts ist es, das Tragverhalten der Schwellen unter Belastung besser zu verstehen, Rissmechanismen zu identifizieren und Lösungen für eine längere Lebensdauer zu entwickeln. Mithilfe moderner Schallemissionsanalysen können Schäden im Beton frühzeitig erkannt werden. Ergänzend kommen KI-gestützte Methoden zum Einsatz, um Schadenszustände automatisiert auszuwerten und Muster zu erkennen.
  • M. Sc. Vita Aleksandrovna Rabinovich (Bad Nauheim) – „Prozessstabilität der anaeroben Vergärung von Bananen- und Ananasabfällen im Labormaßstab bei Mikro- und Makronährstoffadditivierung“
    Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Beitrag der Biogastechnologie zur zukünftigen Energieversorgung. Vor dem Hintergrund der Energiewende kommt speicherbaren erneuerbaren Energieträgern eine besondere Bedeutung zu. Die Arbeit zeigt auf, wie durch die Erschließung zusätzlicher Substrate das energetische Potenzial der Biogastechnologie erweitert werden kann. Damit werden nicht nur neue Nutzungsmöglichkeiten für organische Reststoffe eröffnet, sondern auch Perspektiven für die Weiterentwicklung und internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Biogastechnik aufgezeigt.

Dissertationen

  • Dr.-Ing. Felix Holy (Gießen) – „Dynamische Simulationen und experimentelle Untersuchungen zur Entwicklung einer Hochtemperatur-Carnot-Batterie“
    Die Dissertation widmet sich der Entwicklung und Analyse eines neuartigen Hochtemperatur-Energiespeicherkonzeptes auf Basis sogenannter Carnot-Batterien. Solche Systeme können künftig eine wichtige Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien in das Energiesystem spielen, indem elektrische Energie in Form von Wärme gespeichert und bei Bedarf wieder in Strom umgewandelt wird. Durch die Kombination aus experimentellen Untersuchungen, systemtechnischer Analyse und Modellierung trägt die Arbeit dazu bei, neue Perspektiven für großskalige Energiespeicher im Kontext der Energiewende aufzuzeigen.
  • Dr.-Ing. Tatjana Lorenz (Bad Endbach)– „Modellierung und Simulation des Einsatzes von Mikroalgen zur Abwasserreinigung auf kommunalen Kläranlagen“
    Die Dissertation befasst sich mit innovativen Ansätzen zur Weiterentwicklung biologischer Verfahren in der Abwasserbehandlung. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung von Mikroalgen-Bakterien-Systemen zur Nährstoffelimination und Ressourcennutzung in kommunalen Kläranlagen. Die Arbeit verbindet experimentelle Untersuchungen mit modellgestützten Analysen und liefert wichtige Erkenntnisse zur praktischen Umsetzbarkeit solcher Systeme unter mitteleuropäischen Bedingungen. Damit leistet sie einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Siedlungswasserwirtschaft.

Der Robert-Paul-Kling-Preis wurde 1991 vom VDI Bezirksverein Mittelhessen e. V. ins Leben gerufen und wird durch die Familie Kling (IBC Wälzlager GmbH, Solms-Oberbiel) maßgeblich unterstützt. Ziel des Nachwuchs-Preises ist es, herausragende Masterarbeiten, die in Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen entstanden sind, sowie Dissertationen – die an der THM durchgeführt und betreut wurden – zu prämieren. Das Augenmerk liegt hierbei auf den klassischen Ingenieurwissenschaften. Eine unabhängige Fach-Jury bewertet die eingereichten Arbeiten. Die Verleihung mit Überreichung des Preisgeldes erfolgt i.d.R. jährlich im Rahmen der Mitgliederversammlung an bis zu vier Personen.