Dr. Wolfgang Martin, Professor am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der FH Gießen-Friedberg, ist mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande geehrt worden. Der 58-jährige Jurist erhielt die Auszeichnung aus der Hand der Hessischen Kultusministerin Karin Wolff im Rahmen einer Feierstunde in Darmstadt.
Die Ministerin begründete die Verleihung des Verdienstordens an den Hochschullehrer mit dessen vielfältigem Engagement zur Erhaltung von Natur- und Kulturdenkmälern im südhessischen Raum. So ist Wolfgang Martin mit hohem persönlichen Einsatz für den Schutz des Ölschiefers der Grube Messel eingetreten. Er entdeckte dort das weltweit erste Paarhufer-Fossil „Massillabune Martini“. Gegen den Plan, die Grube als Mülldeponie zu nutzen, leistete er u.a. als Verfasser von Petitionen an verschiedene Parlamente Widerstand. Auch juristisch kämpfte er für den Erhalt der Grube, indem er mit Gleichgesinnten eine Prozessstrategie ausarbeitete, die schließlich zum Sieg vor dem Verwaltungsgerichtshof führte. Diesem Engagement ist es zu verdanken, dass die Grube Messel, eine bedeutende Fundstätte von Fossilien, heute als „Weltnaturerbe der Menschheit“ geschützt ist. Als Mitbegründer, verantwortlicher Initiator und Organisator leistet Dr. Martin in mehreren Vereinen seiner Heimatstadt Darmstadt ehrenamtliche Arbeit zur Pflege von kulturhistorischen Traditionen und Denkmälern. Daraus resultiert u.a. die Einrichtung des dortigen „Altstadtmuseums Hinkelsturm“.

Der Hessische Verdienstorden am Bande wird zur Würdigung hervorragender Verdienste um das Land Hessen verliehen. Bisher ist diese Auszeichnung rund sechzig Persönlichkeiten zuerkannt worden. In Anerkennung seiner Leistungen für den Schutz der Grube Messel wurde Dr. Wolfgang Martin im Jahr 2001 bereits mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt.