Platz 2 im weltweiten Wettbewerb: Das Team der TH Mittelhessen mit Steffen Moritz, Hakan Bogay, Philipp Reifschneider, Radion Badanjuk (von links)Mit großem Erfolg beteiligte sich ein studentisches Team der Technischen Hochschule Mittelhessen am internationalen „Data-Mining-Cup“ (DMC). Radion Badanjuk, Hakan Bogay, Steffen Moritz und Philipp Reifschneider, die in Friedberg ihren Master in Wirtschaftsinformatik machen, belegten im Gesamtklassement unter mehr als 80 Gruppen aus 22 Ländern einen hervorragenden zweiten Platz.

Der DMC, laut Veranstalter (prudsys AG) der weltweit größte studentische Wettbewerb für intelligente Datenanalyse, mobilisiert jedes Jahr Studierende aus aller Welt. Es geht dabei um die beste Lösung einer „Data-Mining“-Aufgabe. Darunter versteht man, in sehr großen Datenbeständen mit computergestützten mathematisch-statistischen Methoden neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Das Problem, das es 2012 beim DMC zu lösen galt, betraf die Preisfindung in Onlineshops. Dieses Thema gewinnt im E-Commerce immer mehr an Bedeutung. Ziel war es, ein Modell zu erstellen, das die zukünftige Verkaufsmenge für Produkte anhand ihres Tagespreises möglichst genau vorhersagt.

Sechs Wochen Zeit hatten die Konkurrenten für die Lösung. Neben Badanjuk, Bogay, Moritz und Reifschneider war für die THM auch noch das Duo Arkadiusz Hamanowicz und Martin Schünemann am Start, das einen guten elften Rang belegte. Alle Teams standen vor der Herausforderung, im Eiltempo zehntausende Verkaufstransaktionen zu analysieren, Zusammenhänge herauszuarbeiten und geeignete Modelle zu erstellen. Es kam darauf an, Methoden und Werkzeuge der Datenanalyse zu beherrschen und mit viel Intuition, Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit den besten Lösungsansatz zu finden.

Ihren Erfolg führen die Friedberger Vize-Champions auch auf die gute Zusammenarbeit mit den Mitbewerbern aus der eigenen Hochschule und denen von der FH Frankfurt zurück. Durch den wechselseitigen Austausch von Zwischenresultaten habe man Zeit gewonnen und wertvolle Anregungen erhalten. Sehr geholfen habe auch die Betreuung durch den Frankfurter Informatik-Professor Dr. Josef Fink, der im Masterprogramm Wirtschaftsinformatik an der THM Kurse wie zum Beispiel „Business Intelligence“ anbietet.

Die Einladung zur Preisverleihung bei den „prudsys Anwendertagen“ in Berlin galt den zehn besten Teams aus aller Welt. Die prämierten Gruppen wurden vorab nicht über ihre Platzierung informiert, so dass die Friedberger Delegation mit der Ungewissheit in die Bundeshauptstadt reiste, ob es bei den hochklassigen Wettbewerbern unter anderem aus USA, Iran und Russland für einen Platz auf dem Podest reichen würde.

Diese Ungewissheit nahm für die Masterstudenten der THM ein schönes Ende. In einem gemeinsamen Statement beschreiben sie den entscheidenden Moment: „Als bei der Siegerehrung im Rahmen der Abendveranstaltung dann die Rangfolge bekannt gegeben wurden, war unsere Freude riesengroß. Schließlich hatten wir kaum gewagt, mit einem solch guten Abschneiden zu rechnen.“ Neben der weltweit wahrgenommenen Auszeichnung erhielten die Vier ein Preisgeld von 1000 Euro und von ihrem Professor das Kompliment, „dass die Data-Mining-Konkurrenz nun weiß, wo Mittelhessen auf der Weltkarte der Datenanalyse liegt“.

Gießen, 5. Juli 2012