Mohammad Sajjad Hossain ist Diplomingenieur, stammt aus Bangladesch, hat an der FH in Gießen studiert und betreut ehrenamtlich Gruppen der Hessischen Landjugend. Der 27-Jährige ist 1998 nach Deutschland gekommen und hat seitdem erst einmal seine Familie in Dhaka besucht. Die Flüge sind nicht billig, und außerdem möchte er seinen Lieben daheim viele Geschenke mitbringen können. Da kommt es ihm nicht ungelegen, dass er nun um ein Preisgeld von 1000 Euro reicher ist. Der junge Ingenieur ist soeben an der FH Gießen-Friedberg mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet worden, der an ausländische Studierende für besondere Studienleistungen und gesellschaftliches Engagement vergeben wird.
Die gesellschaftlich-politische Situation daheim habe ihn ein Studium im Ausland vorziehen lassen. „Es sind immer Unruhen in Bangladesch. Hier in Deutschland bin ich freundlich aufgenommen worden. Man kann hier auf die Straße gehen, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass etwas passiert.“ Über seinen dort lebenden Bruder ist er nach Marburg gekommen, hat zunächst in einer privaten Sprachschule Deutsch gelernt und, als er vom internationalen Studium Clinical Engineering der FH Gießen-Friedberg erfuhr, dieses Angebot wahrgenommen. Sein Studium hat er zum größten Teil selbst finanziert, als Wachmann bei der Messe Frankfurt gejobbt, Maschinen bei Buderus gereinigt oder in einer Kosmetikfirma gearbeitet. Als ihn eines Tages seine Nachbarin im Wohnheim fragte, ob er Interesse habe, Jugendliche in ein Freizeitcamp nach Frankreich zu begleiten, zögerte er nicht lange. Nicht ohne Stolz zückt er eine Karte, die ihn als Betreuer der Hessischen Landjugend bis zum Jahr 2007 ausweist. Dass ihm der Umgang mit Kindern glücke und gut tue, habe ihn selbst überrascht, gesteht er.
Neulich, erzählt Mohammad Sajjad Hossain, habe er Bilder von Kindern armer Leute im Winter Bangladeschs gesehen. Es sei ihm klar, dass er dorthin zurückkehren werde. Man könne, man müsse dort sehr viel tun, z.B. karitative Projekte in internationaler Zusammenarbeit starten. Vielleicht gelinge es sogar, die Uno als Partner zu gewinnen.