Diplom-Ingenieur Mohammad Sajjad HossainMohammad Sajjad Hossain ist Diplomingenieur, stammt aus Bangladesch, hat an der FH in Gießen studiert und betreut ehrenamtlich Gruppen der Hessischen Landjugend. Der 27-Jährige ist 1998 nach Deutschland gekommen und hat seitdem erst einmal seine Familie in Dhaka besucht. Die Flüge sind nicht billig, und außerdem möchte er seinen Lieben daheim viele Geschenke mitbringen können. Da kommt es ihm nicht ungelegen, dass er nun um ein Preisgeld von 1000 Euro reicher ist. Der junge Ingenieur ist soeben an der FH Gießen-Friedberg mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet worden, der an ausländische Studierende für besondere Studienleistungen und gesellschaftliches Engagement vergeben wird.

Als ihm bei der Verleihung 200 Leute applaudieren, sagt Mohammad Sajjad Hossain, dass die Zuerkennung des Preises ihn ehre und dass er der Hochschule viel zu verdanken habe. Namentlich nennt er Prof. Dr. Ernst Stadlbauer, den Betreuer seiner Diplomarbeit, in dessen Labor für Entsorgungstechnik er zurzeit in der Forschung mitarbeitet. Zwei Studiengänge hat der Preisträger an der FH in Gießen abgeschlossen: Clinical Engineering mit dem Bachelor und Medizintechnik mit dem Diplom. Er habe gerne die Chance genutzt, neben seinen medizintechnischen Kenntnissen als Diplomand einen Schwerpunkt auf Umwelttechnologie zu legen. Mit der „Herstellung von Benzin und Diesel aus Tierfett durch thermokatalytisches Spalten“ befasst sich ein von Prof. Stadlbauer geleitetes Forschungsteam. Dieser Weg, Entsorgung mit Energiegewinnung zu verbinden, sei für ihn sehr interessant. In Bangladesch gebe es viel „wilden“ Abfall und Biomasse. Er sehe eine Aufgabe darin, sein gewonnenes Wissen nach seiner Rückkehr dort anzuwenden. Zuvor will er sich weiter qualifizieren. Dabei denkt er an die Promotion.  

Die gesellschaftlich-politische Situation daheim habe ihn ein Studium im Ausland vorziehen lassen. „Es sind immer Unruhen in Bangladesch. Hier in Deutschland bin ich freundlich aufgenommen worden. Man kann hier auf die Straße gehen, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass etwas passiert.“ Über seinen dort lebenden Bruder ist er nach Marburg gekommen, hat zunächst in einer privaten Sprachschule Deutsch gelernt und, als er vom internationalen Studium Clinical Engineering der FH Gießen-Friedberg erfuhr, dieses Angebot wahrgenommen. Sein Studium hat er zum größten Teil selbst finanziert, als Wachmann bei der Messe Frankfurt gejobbt, Maschinen bei Buderus gereinigt oder in einer Kosmetikfirma gearbeitet. Als ihn eines Tages seine Nachbarin im Wohnheim fragte, ob er Interesse habe, Jugendliche in ein Freizeitcamp nach Frankreich zu begleiten, zögerte er nicht lange. Nicht ohne Stolz zückt er eine Karte, die ihn als Betreuer der Hessischen Landjugend bis zum Jahr 2007 ausweist. Dass ihm der Umgang mit Kindern glücke und gut tue, habe ihn selbst überrascht, gesteht er.

Neulich, erzählt Mohammad Sajjad Hossain, habe er Bilder von Kindern armer Leute im Winter Bangladeschs gesehen. Es sei ihm klar, dass er dorthin zurückkehren werde. Man könne, man müsse dort sehr viel tun, z.B. karitative Projekte in internationaler Zusammenarbeit starten. Vielleicht gelinge es sogar, die Uno als Partner zu gewinnen.