Die 2021 gegründete Stiftung zur Förderung Friedberger Studierender trägt seinen Namen: Prof. Dr. Dieter Bopp (1929-1989).Als Dr. Gisela Bopp im Jahr 2001 die Prof. Dr. Dieter Bopp Stiftung ins Leben ruft, erfüllt sie damit den letzten Wunsch ihres Ehemannes: „Er hat immer gesagt: Wenn, dann machst du das. Und das habe ich ihm auch versprochen“, erinnert sie sich. Heute, 25 Jahre später, ist aus diesem Versprechen eine Stiftung geworden, die bereits mehr als 160 Studierende an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen) unterstützt hat – durch Studienbeihilfen, Deutschlandstipendien und Auszeichnungen. Mit bisher insgesamt rund 145.000 Euro hat die Stiftung jungen Menschen neue Perspektiven eröffnet.

„Dieter Bopps Leben ist gekennzeichnet durch Anstrengung und Anspannung, die Ziele, die er sich selbst setzte, zu erreichen (…) und die Aufgaben, denen er sich widmete, vollkommen zu erfüllen“, heißt es über den Stifter im von seiner Frau verfassten Porträt. Dieter Bopp (1929 bis 1998) war fast 20 Jahre Professor an der damaligen Fachhochschule Gießen-Friedberg am Campus Friedberg. Der Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler vertrat seit 1972 die Studienschwerpunkte Betriebswirtschafts- und Industriebetriebslehre am Fachbereich Betriebstechnik und Arbeitswissenschaft. Zudem war er maßgeblich am Aufbau des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen beteiligt.

 „Professor Bopp hat viel gefordert“, erinnert sich Prof. Dr. Wolfgang Arnold, der der Stiftung seit der Gründung angehört, an seinen Kollegen. „Aber er war auch sehr menschlich, wenn er gesehen hat, dass einer seiner Studierenden Unterstützung brauchte.“

Dass ihm die Förderung junger Menschen besonders am Herzen lag, hängt mit seiner eigenen Biografie zusammen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs floh Dieter Bopp vor der sowjetischen Besatzungsmacht und musste bereits im Alter von 17 Jahren allein für sich sorgen. Trotz schwieriger Lebensumstände schloss er das Gymnasium ab und schrieb sich 1952 an der RWTH Aachen für Maschinenbau und Elektrotechnik ein. Sein Studium finanzierte er als Werkstudent sowie durch Studienbeihilfen. 1957 schloss er es als Diplom-Ingenieur ab.

Sechs Jahre später begann er ein Zweitstudium in Paris in den Fächern Wirtschaft und Politik und promovierte dort 1968. Vier Jahre später wurde er Professor an der damaligen Fachhochschule Gießen-Friedberg.

Die erste Idee zur Stiftung entstand durch eine Anzeige des Stifterverbands mit der Frage „Fällt Deutschland durchs Examen?“ erinnert sich Dr. Gisela Bopp. Die finanzielle Grundlage der Stiftung ergab sich nach dem Tod von Dr. Dieter Bopp aus dem Verkauf des gemeinsamen Hauses des Ehepaars: „Man möge das Haus verkaufen und das Geld in eine Stiftung einbringen – das war unsere Aufgabenstellung“, erinnert sie sich.

In 25 Jahren hat die Stiftung viel bewegt. An der THM erhielten 87 Studierende Studienbeihilfen, der Vorstand zeichnete mehrfach herausragende Abschlussarbeiten aus. Zudem hat sie seit 2017 acht Deutschlandstipendien an THM-Studierende vergeben und stand jungen Menschen zur Seite, die sich in finanziellen Notlagen befanden.

Was die finanzielle Unterstützung für das Leben junger Menschen bedeuten kann, zeigen die Rückmeldungen der Studierenden – viele persönliche Briefe von Geförderten bewahrt Gisela Bopp bis heute auf. „Die Nachricht von der Förderung hat mich damals erreicht in einem Moment, in dem ich einige Schicksalsschläge verarbeiten musste. (…) Aufgrund der monatlichen Förderung konnte ich weniger arbeiten und mehr Zeit in mein Studium investieren“, schreibt eine Studentin. Ein anderer Stipendiat berichtet wiederum von seinem Auslandssemester in den USA, das durch das Deutschlandstipendium möglich wurde: „Neben der motivierenden Anerkennung meiner Leistung hat mir dieses Stipendium bereits aktiv dabei geholfen, persönliche Ziele und Träume zu erreichen“, schreibt er an Gisela Bopp.

Besonders am Herzen liegt der pensionierten Deutschlehrerin die Förderung von Frauen in den MINT-Fächern. „Wir haben von Anfang an darauf geachtet, Frauen zu fördern – das ist auch im Sinne meines Mannes.“ Auch der Gedanke, Unterstützung weiterzugeben, spielt eine wichtige Rolle: „Wir hoffen, dass diejenigen, die gefördert werden, später selbst andere unterstützen“, betont Prof. Dr. Wolfgang Arnold.

Heute blickt Gisela Bopp zufrieden auf die vergangenen 25 Jahre zurück: „Ich freue mich, dass es so gut läuft. Über die Stiftung bleibt mein Mann im Gespräch.“

Die Stiftung wird von einem ehrenamtlichen Vorstand unter dem Vorsitz von Dr. Gisela Bopp geleitet und im Deutschen Stiftungszentrum verwaltet. Dem Gremium gehören neben der Stifterin Prof. Dr. Wolfgang Arnold und Prof. Dr.-Ing. Klaus Schuchard an (beide THM). Ausgeschieden aus dem Vorstand ist Prof. Dr. Raimund Gehler, der die Stiftung über viele Jahre mitprägte. Seit der Gründung haben sich die Mitglieder in 50 Sitzungen zusammengefunden. „Ich danke den langjährigen Wegbegleitern der Stiftung: Prof. Dr. Wolfgang Arnold, Prof. Dr. Raimund Gehler, Prof. Dr.-Ing. Klaus Schuchard, Klaus Kuli vom Deutschen Stiftungszentrum sowie Monika Stöckl und David Loch von der THM, die das Deutschlandstipendium betreuen“, sagt Bopp.