Am 21. Juli 1959 war für 26 junge Männer die Studienzeit an der Staatlichen Ingenieurschule Gießen zu Ende. Sie konnten sich ab sofort Elektroingenieure nennen. Auf den Tag genau 50 Jahre später feierten 17 von ihnen den Jahrestag ihres Examens an der Fachhochschule in Gießen, der Nachfolgeeinrichtung des früheren Polytechnikums.
Organisiert hatte das Treffen, an dem auch die Ehefrauen teilnahmen, Gerhard Rees, der heute in Marburg lebt. Für den Fachbereich Elektro- und Informationstechnik begrüßte Prof. Dr. Helmut Gebler die Jubilare. Der Hochschullehrer referierte auch über die neuesten Entwicklungen an der FH und führte die Besucher durch den Fachbereich und seine Labore. Als Vertreter des Oberbürgermeisters sprach Gießens Stadtrat Prof. Heinrich Brinkmann ein Grußwort.
Vorwiegend aus dem Raum Gießen, Marburg und Wetzlar seien die Studenten damals gekommen, erinnert sich Norbert Engelhardt. Aber auch aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und sogar Schleswig-Holstein habe es Studierwillige nach Gießen gezogen. Sehr schulisch sei die sechssemestrige Ausbildung in den fünfziger Jahren gewesen. Sogar von Kopfnoten in den Zwischenzeugnissen weiß der frühere Semestersprecher zu berichten. Studiert habe man in Baracken in der Wiesenstraße und hinter der Zeughauskaserne. Nur die höheren Semester hätten das Privileg genossen, im Neuen Schloss zu studieren. Immerhin habe man keine Aufräum- und Reparaturarbeiten mehr leisten müssen, wie die Studenten in der unmittelbaren Nachkriegszeit.
FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin freute sich darüber, dass die Jubilare die Fachhochschule als Ort für ihre Feier gewählt hatten. Das zeuge von Verbundenheit mit der Hochschule, aber auch von Neugier zu erfahren, was aus ihrer alten Ingenieurschule geworden sei, so Grabatin in einem Grußwort. „Heute studieren hier mehr als 10.000 junge Menschen unter sehr viel komfortableren Bedingungen und mit einer technischen Ausstattung, die Sie sich damals nicht erträumen konnten. Aber denken Sie daran – auch das ist nur eine Momentaufnahme. Wir sind in einer Umbruchphase, und wenn Sie in zehn Jahren zurückkehren, um das nächste runde Jubiläum zu feiern, werden sie die Hochschule nicht wieder erkennen“, versprach der Präsident.