Tim Titus Günther von der THM unter Beobachtung beim Ergorudern während der Deutschen Hochschulmeisterschaft in Düsseldorf.Wenn 1000 Meter zur mentalen Grenzerfahrung werden, die Halle bebt und Hundertstelsekunden über Edelmetall entscheiden, dann ist Deutsche Hochschulmeisterschaft: Ende Februar traf sich die nationale Hochschulspitze im Ergometerrudern in Düsseldorf: Mehr als 300 Athletinnen und Athleten kämpften um Titel – mittendrin drei Studierende der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Im Leichtgewichts-Männer-Einer über 1000 Meter ging Tim Titus Günther an den Start. Der Student des Studiengangs Digital Media Systems kannte die Atmosphäre bereits: Im Vorjahr hatte er Rang fünf belegt, diesmal sollte es weiter nach vorn gehen. In einem Feld von acht Startern entwickelte sich früh ein taktisch geprägtes Rennen. Fünf Athleten lagen lange nahezu gleichauf, keiner setzte sich entscheidend ab. Erst im letzten Renndrittel erhöhte Günther die Schlagzahl, verschob die Laktatschwelle konsequent nach hinten und erarbeitete sich Meter um Meter einen Vorsprung. Den verteidigte er bis ins Ziel – Bronze als Lohn eines präzise eingeteilten Rennens. Der Sieg ging an die Universität Duisburg-Essen, Silber nach Konstanz.

Für Informatikstudent Markus Wiche war es die Premiere auf DHM-Niveau. Im Männer-Einer stellte er sich der nationalen Konkurrenz und erreichte über 1000 Meter in 3:01 Minuten Rang acht. Entscheidend war weniger die Platzierung als die Standortbestimmung unter Wettkampfbedingungen. Wiche fuhr ein kontrolliertes, konstantes Rennen und sammelte wertvolle Erfahrung für kommende Aufgaben. Der Titel in dieser Klasse ging nach Berlin.

Den dramatischsten Moment des Tages lieferte der Mixed-Achter. Günther und Wiche starteten gemeinsam mit Studierenden der Justus-Liebig-Universität Gießen als Wettkampfgemeinschaft Gießen. Das Format steigerte die Spannung: Mehrere Zeitläufe mit jeweils zwei Booten, die Gesamtplatzierung ergab sich aus dem Vergleich aller Zeiten. Die Gießener Crew legte im zweiten Lauf stark vor und positionierte sich zunächst auf Rang drei – allerdings mit offenem Ausgang.

Die Entscheidung fiel erst im letzten Lauf. Früh zeichnete sich ab, dass nur noch das Boot aus Aachen die vorgelegte Zeit gefährden konnte. Als die Aachener die Ziellinie passierten, begann das Warten auf das offizielle Resultat. Schließlich die Bestätigung: 0,1 Sekunden trennten beide Boote – mit dem besseren Ende für Gießen. Bronze für die Wettkampfgemeinschaft, zweite Medaille des Tages mit THM-Beteiligung.

Die Ergebnisse von Düsseldorf sind mehr als ein Achtungserfolg auf dem Ergometer. Sie gelten als belastbarer Formtest für die Deutschen Hochschulmeisterschaften im Rudern auf dem Wasser im Sommer. Mit Bronze im Leichtgewichts-Einer, Bronze im Mixed-Achter und einem soliden Debüt im Männer-Einer setzt die THM früh in der Saison ein klares sportliches Signal: Die Richtung stimmt, sie zeigt Richtung Podium.