Dr. Helmut Häuser (4. v.l.), Vorstandsvorsitzender der Willy Robert Pitzer Stiftung, hat das gleichnamige Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitation am Fachbereich Gesundheit der THM besucht, um sich über laufende Forschungsprojekte zu informieren.Das Willy Robert Pitzer-Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitation (WRPI) am Fachbereich Gesundheit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hat Dr. Helmut Häuser zu einem Antrittsbesuch begrüßt. Der Vorstandsvorsitzende der gleichnamigen Stiftung, die Institut und Professur von Leiterin Prof. Dr. Susanne Hanefeld finanziert, interessierte sich für die laufenden Forschungsprojekte.

Im Zentrum seines Besuchs standen die Präsentation bisheriger Ergebnisse, die Diskussion laufender Forschungsprojekte und die Vertiefung der Kooperation zwischen Stiftung und THM. Anlass war, den Aufbau des Instituts – ermöglicht durch die Einrichtung einer fünfjährigen Stiftungsprofessur mit einem Fördervolumen von rund einer Million Euro – zu würdigen sowie konkrete Perspektiven für die weitere Forschungs- und Transferarbeit zu erörtern. Neben einem Rundgang durch die Räumlichkeiten der ehemaligen Esculap-Klinik in der Nordanlage und dem Kennenlernen des achtköpfigen Teams diskutierten die Teilnehmenden Fördererwartungen, Wirkungsziele und mögliche Anschlussvorhaben.

Das 2022 gegründete WRPI bündelt Versorgungsforschung, Rehabilitationswissenschaften und Praxisbegleitung mit dem Ziel, belastbare Versorgungskonzepte unter Alltagsbedingungen zu entwickeln, digitale Innovationen in Versorgungsprozesse zu integrieren und Beiträge zur Sicherung medizinischer, pflegerischer und rehabilitativer Versorgung zu leisten. Langfristig will das Institut zudem dem Fachkräftemangel entgegentreten, Anreizstrukturen im Gesundheitssystem analysieren und ein Netzwerk regionaler wie überregionaler Akteurinnen und Akteure aufbauen.

Ein Schwerpunkt des Besuchs lag auf der Vorstellung aktueller Forschungsprojekte: Die Studie AmRe-LoCO untersucht die Wirksamkeit eines hybriden Versorgungsmodells aus Präsenzmodulen und Telemedizin in der ambulanten Versorgung von Long-COVID-Betroffenen und vergleicht dieses mit der Regelversorgung. Zudem betreibt das WRPI Ursachenforschung zu steigenden Unterbringungszahlen im Maßregelvollzug – mit dem Ziel, evidenzbasierte Ansatzpunkte für Politik und Versorgungspraxis zu entwickeln. Nicht zuletzt ist das Institut Teil des qualitativen Projektes „Wann beginnt der Anfang vom Ende?“, das Symbole und subjektive Marker des Sterbeprozesses aus Sicht palliativer Patientinnen erfasst und praxisorientierte Empfehlungen für Hospiz- und Palliativversorgung formuliert. Diese Forschungsvorhaben verbinden methodische Vielfalt mit klarer Ausrichtung auf Umsetzbarkeit und Transfer.

Die THM sieht im WRPI eine Brücke zwischen Wissenschaft, Praxis und regionaler Gesundheitsentwicklung: Forschungsergebnisse sollen nicht auf den Schreibtisch, sondern in Versorgungskonzepte, Fortbildungsangebote und politische Handlungsempfehlungen münden. „Ohne die langfristige und bedeutsame Unterstützung der Willy Robert Pitzer Stiftung wäre die praxisnahe Versorgungsforschung an der THM deutlich erschwert“, sagte THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems und drückte Dr. Häuser seinen Dank aus.

Auch mögliche Folgeprojekte in den Bereichen Geriatrie, Gesundheit und Klima, Work-Life-Balance in der Pflege sowie frauengesundheitliche Forschungsschwerpunkte diskutierten die Anwesenden. Direktorin Prof. Dr. Susanne Hanefeld betonte dabei die Bedeutung partizipativer Forschung in allen Projektphasen: Betroffene und Praxisakteure werden früh eingebunden, damit entwickelte Interventionen realistisch, tragfähig und nachhaltig sind. „Die Willy Robert Pitzer Stiftung ermöglicht es uns, Forschung mit und für die Praxis zu betreiben und so tatsächlich die Versorgung in Deutschland zu verbessern“, erklärte sie.

Die THM dankte der Willy Robert Pitzer-Stiftung ausdrücklich für die Förderunterstützung, die den Aufbau des Instituts maßgeblich ermöglicht habe. Das WRPI freut sich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Dr. Häuser und dem Stiftungsvorstand sowie auf den weiteren wissenschaftlichen Beitrag zur Sicherung und Verbesserung regionaler Versorgungsstrukturen. Für Austausch, Kooperationsanfragen und weiterführende Informationen steht das Institut unter go.thm.de/invere zur Verfügung.