Im Elektronik-Pilotprojekt von THM und ARS durften die Schülerinnen und Schülerinnen mit kleinen Experimenten alltagsnahe Technik nachbauen - hier: der Aufbauplan eines Klatschschalters. Grafik: THMInformatik, Elektrotechnik und Elektronik bilden als Schul- und Studienfächer die Grundlage zahlloser Produkte, die den Alltag junger Menschen ausmachen. Die Adolf-Reichwein-Schule in Friedberg und der Fachbereich „Informationstechnik­, Elektrotechnik, Mechatronik“ (IEM) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) beweisen, dass es nur eine gute Idee und eine ebenso gute Vorbereitung braucht, um einen spannenden Einstieg in diese Fächer zu finden. Mit dem Ergebnis, dass Schülerinnen und Schüler dann auch Begeisterung zeigen für ein gelegentlich als spröde verkanntes Metier.

Dipl.-Ing. Thomas Petrasch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich IEM, und Martin Preuschen, stellvertretender Leiter der Adolf-Reichwein-Schule und Lehrer für Informatik in der zehnten Klasse, haben zusammen ein insgesamt viertägiges Seminar vorbereitet, das über Oktober und November verteilt stattfand. Den Schülerinnen und Schülern sollten Elektrotechnik und Elektronik nähergebracht werden – mit Experimenten zum Mitmachen, die Alltagsbezug haben.

Petrasch leistete die Vorarbeit, indem er die nötigen elektronischen Bauteile in insgesamt 15 Sets zusammenstellte. Prof. Dr.-Ing. Martin Gräfe, Studiendekan am Fachbereich IEM, erstellte die Versuchsanleitung mit Schalt- und Aufbauplänen sowie Erklärungen zu elektronischen Bauteilen wie Widerständen, Kondensatoren, Transistoren und Operationsverstärkern. Bevor die Schülerinnen und Schüler dann selbst Hand anlegen durften, vermittelten Petrasch und Gräfe zunächst Grundlagen zu elektrischen Größen und zu den elektronischen Bauelementen sowie zur Funktionsweise der Steckplatinen, auf denen die Schaltungen anschließend aufgebaut wurden. Die Versuche standen unter dem Motto „Unsichtbares mit Elektronik sichtbar machen“.

Besonders eindrucksvoll dürfte für die Schüler ihr selbstgebauter Klatschschalter gewesen sein, der über ein akustisches Signal eine Leuchtdiode ein- und ausschaltet, also Schallwellen „sichtbar“ macht. Klatschschalter kommen gelegentlich etwa auch bei modernen Lampen zum Einsatz, ebenso wie ein Dimmer, den die Jugendlichen ebenfalls konstruierten. Ein Widerstandstester, eine Blinkschaltung, eine Sensor-Taste, die auch sehr schwache elektrische Signale anzeigt, sowie ein Empfänger, der Infrarot-Signale sichtbar macht, wie sie etwa eine Fernseh-Fernbedienung aussendet, gehörten zu den weiteren Experimenten.

Martin Preuschen zeigte sich überzeugt von dieser praxisnahen Vermittlung theoretischen Wissens. „Es wäre toll, wenn wir nächstes Jahr das Projekt wiederholen könnten“, sagte er. Schule wie Hochschule streben dies an, um dem erfolgreichen Pilotprojekt weitere folgen zu lassen und es möglicherweise auch an andere interessierte Schulen zu bringen. Dabei ist durchaus gewollt, dass es künftig an der THM ein Wiedersehen mit Teilnehmenden der Schul-Experimente gibt: Thomas Petrasch stellte den Schülern zum Abschluss den Weg von der Mittelstufe bis zu einem Elektrotechnik-Studium oder alternativ zu einer Ausbildung in diesem Bereich vor.