Über 80 Gäste aus Industrie und Hochschule kamen bei der diesjährigen „Barbartagung“ auf dem Friedberger Campus der THM zusammen. Auf dem Programm der traditionsreichen Veranstaltung, die 1964 vom damaligen Fachbereich Gießerei- und Werkstofftechnik initiiert wurde, stand eine Reihe von Vorträgen zu neuesten Forschungsergebnissen und Entwicklungen auf dem Gebiet der optischen Technologien und Materialwissenschaften. Studierende konnten sich dabei ein Bild der attraktiven Arbeitsfelder und hervorragenden Berufsperspektiven in diesen Technologiesparten machen.

Unter den Referenten waren Absolventen des Studiengangs Physikalische Technik – jetzt Angewandte Physik – der Technischen Hochschule Mittelhessen, die heute Leitungsfunktionen in Unternehmen ausüben. So erläuterte zum Beispiel Dr. Christopher Geis (Böhringer Ingelheim) Verbesserungen der chemischen Prozessentwicklung durch systematische Datenanalyse und künstliche Intelligenz. Severin Luzius (Trumpf) berichtete über die Herstellung von Komponenten aus amorphen Metallen mittels lasergestützter Verfahren. Um Geräte zur Erfassung und Untersuchung von Nanopartikeln, die in der medizinischen Forschung etwa zur Analyse von Viren oder Antikörpern eingesetzt werden, ging es im Beitrag von Jens Schiffmann (Particle Metrix). Sawsan Soro Aishaya (Photonis), die 2021 ihr Studium an der THM abgeschlossen hat, stellte dem Auditorium Konzepte und technische Möglichkeiten von Nachtsichtgeräten und Restlichtverstärkern vor.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Diskussion gießerei- und werkstofftechnischer Fragen, zu der Vertreter aus Industrie und Wissenschaft Beiträge leisteten. Dabei reichte das Themenspektrum von der Absicherung gegen technische und wirtschaftliche Risiken in Gießereien über die Gewinnung von Roheisen unter Verwendung von industriellem Stahlschrott oder Restprodukten bis hin zu neuen Resultaten der Werkstoffentwicklung am Beispiel spezieller Stähle.

Im Rahmen der Tagung verabschiedete Prof. Dr. Klaus Behler, Vorsitzender des Freundeskreises Gießerei- und Werkstofftechnik, Walter Fehr, den langjährigen Mitarbeiter im Friedberger Chemielabor der THM. In einer kurzen Ansprache würdigte er dessen Leistungen und Engagement. Fehr, der 1975 als Chemielaborant an die Hochschule gekommen war und sich durch Weiterbildung für Leitungsaufgaben im Labor qualifizierte, ist seit langem auch Schatzmeister des Förderkreises. Als Anerkennung erhielt er im Namen vieler Kolleginnen und Kollegen eine eigens angefertigte Tafel. Darauf sind per Laserstrahl die unterschiedlichen Logos eingraviert, die über den langen Zeitraum seiner Zugehörigkeit hinweg als Embleme der Hochschule verwendet wurden.