Nehmen das von Roland Mandler (M.) gestiftete Inventar des Optiklabors der THM in Gießen in Augenschein (v.l.): Vizepräsident Prof. Dr. Jochen Frey, Präsident Prof. Dr. Matthias Willems, Prof. Dr. Markus Degünther und Hendrik Krüger.Mit einem Besuch im neuen Optiklabor der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hat THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems die besondere Rolle eines langjährigen Alumnus gewürdigt: Roland Mandler, Gründer und früherer Geschäftsführer der OptoTech GmbH in Wettenberg, hat die Ausstattung des Labors vollständig privat finanziert. Die Investition in Höhe von mehreren hunderttausend Euro stärkt Lehre und Forschung in einem Feld, das für Zukunftstechnologien von hoher Bedeutung ist.

Das Labor auf dem Campus Wiesenstraße wurde bereits 2023 eingerichtet. Seither finden dort Lehrveranstaltungen und Forschungsarbeiten unter Bedingungen statt, die den Studierenden eine Ausbildung auf hohem technischem Niveau ermöglichen. Für Mandler ist das Projekt auch ein persönliches Anliegen: 1975 begann er sein Studium an der damaligen Fachhochschule, 1985 gründete er OptoTech und entwickelte das Unternehmen zu einem international gefragten Hersteller von Präzisionsmaschinen für die optische Industrie. Nach dem Verkauf des Unternehmens im Jahr 2019 setzte er sich das Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem ingenieurwissenschaftlicher Nachwuchs vergleichbare Chancen erhält.

„Das ist die Treppe zu ihrer Karriere“ – mit diesem Satz wirbt die THM seit Jahren im Eingangsfoyer. Für Roland Mandler ist er gelebte Biografie. „In enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Willems und Prof. Dr. Markus Degünther, Professor für optische Systeme und Technologien, konnte das Labor unbürokratisch realisiert werden“, sagte Mandler. „Meine Vision ist es, jungen Menschen einen Wegweiser für ihre Karriere zu schaffen – so wie es für mich vor 50 Jahren möglich war.“

THM-Präsident Willems würdigte das Engagement ausdrücklich. „Danke, dass diese Arbeit hier bei uns an der THM geleistet wird“, sagte er mit Blick auf die Förderung durch den Alumnus. Optische Technologien seien für zahlreiche Zukunftsfelder unverzichtbar, betonte Willems, gerade für einen Technologiestandort wie Deutschland – und Mittelhessen sei ein Hidden Champion auf diesem Gebiet. Zugleich sei es wichtig, junge Menschen für dieses anspruchsvolle Fach zu gewinnen. Der englischsprachige Masterstudiengang „Optical System Engineering“ am Fachbereich MND in Friedberg, geleitet von Prof. Degünther, solle genau dazu beitragen und zudem internationale Interessierte nach Mittelhessen holen.

Im gestifteten Labor arbeiten derzeit bereits Studierende an anwendungsnahen Themen. Masterstudent Hendrik Krüger etwa untersucht neue Fertigungstechnologien für großformatige Hochleistungsoptiken. Diese kommen unter anderem in der Laserfusion zum Einsatz. „Ich wollte schon immer in Richtung Optik gehen, da hat der Studiengang gepasst – vor allem, weil man viel in der Entwicklung vorantreiben kann“, sagte Krüger.

Mandler sieht in der Optiktechnologie einen strategisch wichtigen Bereich mit großem Potenzial für Mittelhessen. Gerade bei hochpräzisen Fertigungsprozessen brauche es nicht nur wissenschaftliche Expertise, sondern auch viel praktisches Können. „In diesem Fach geht es um Menschen, die auch handwerklich etwas draufhaben“, so Mandler. Für ihn soll das neue Labor nicht nur Ausbildungsort sein, sondern auch Impulsgeber für weitere Forschung, Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten.