Debora Peine und Jeffrey Koller sind zum Team der Zentralen Studienberatung an der THM gestoßen und unterstützen, wenn Prüfungssorgen oder mentale Probleme Studierende belasten. (Foto: THM)Prüfungen sind ein bestimmendes Element jedes Studiums. Mündlich, schriftlich, auch digital, als Beleg des eigenen Lernfortschritts und spätestens mit Abgabe der Thesis oder Disputation der Doktorarbeit sind sie bewusst gesetzte Herausforderungen auf dem Weg zu wissenschaftlicher Reife. Doch für manche Menschen sind sie mehr – kaum zu überwindende Hürden.

„Das ist uns natürlich nicht neu, aber Corona hat viele Probleme verstärkt oder deutlicher gemacht“, sagt Kristin Meier, Studienberaterin an der THM. Schon lange bietet die Zentrale Studienberatung (ZS) bei Bedarf Prüfungscoaching im Einzelfall an, wo nötig sogar psychologische Betreuung, angeboten über eine externe Kraft. „Doch der Bedarf hat stetig zugenommen“, sagt Meier. Weshalb sie zwei neue Mitglieder im Team hat: Debora Peine und Jeffrey Koller. Vertraulich und kostenfrei berät Peine, wenn die Prüfungsvorbereitung nicht läuft. Koller widmet sich eher persönlichen Problemen – von depressiven Schüben bis hin zu belastenden Konflikten in Familie und Partnerschaft. Mit Psychologie-Diplom sind beide für diese Aufgaben ausgebildet, Koller ist zudem Psychotherapeut.

Debora Peine ist im Frühjahr zum Team der ZS gestoßen, war vorher in ähnlicher Funktion an der JLU. Herausforderungen bei Prüfungen, vom Referat bis zur Promotion, sind ihr Gebiet. „Manche Studierende wollen etwas ,noch besser‘ machen, andere stehen kurz vor dem Abbruch ihres Studiums“, berichtet Peine – alle haben sie Anspruch auf eine Beratung. Meist gelinge eine Besserung bereits nach den ersten Sitzungen. In denen geht es, je nach Person, um ein besseres Zeitmanagement, fokussierte Stoffauswahl, eine gelungene Work-Life-Balance. Oder auch um den Umgang mit „Aufschiebeverhalten“ – „das liegt eigentlich nie daran, dass jemand sein Fach nicht mag“, sagt Peine, sondern habe meist andere Ursachen.

Viele kämen schlicht mit Prüfungsangst, trotz Sicherheit im Lernstoff. „Das ist wie mit Fußballern am Elfmeterpunkt. Mit denen muss auch niemand üben, das Tor zu treffen, sondern mit Stress umzugehen“, erklärt Peine. Und so wie dieser Umgang im Fußball im Team gelernt werden kann, soll es von der ZS künftig ebenfalls Angebote geben, etwa in der Einführungswoche, die sich nicht nur an Einzelpersonen, sondern an alle Studierenden richten: Workshops, Seminare, Info-Veranstaltungen.

Dort spricht dann auch Jeffrey Koller. Sein Beratungsangebot reicht über psychische Belastungssituationen im Studium hinaus. Vor allem wegen Ängsten und Depressionen wenden sich Studierende an ihn, er kann aber auch bei Süchten erste Beratung leisten. „Das ist als niedrigschwelliges Angebot gedacht und ersetzt keinesfalls eine Therapie“, sagt er. Doch kann er bis zu fünf Termine anbieten und so etwa die Wartezeiten für einen Therapieplatz verkürzen. „Meist kann ich innerhalb von ein bis zwei Wochen ein erstes Gespräch ermöglichen“, sagt er – in den Semesterferien auch schneller.

Gebucht werden können beide Angebote per Mail oder über die Info-Center. Es gibt sowohl in Friedberg wie in Gießen persönliche Beratungstage, aber auch das Angebot von Videochats. Und wenn die Probleme nicht ganz so tief liegen, hilft wie gewohnt das übrige Team der Studienberatung: Es weiß Antworten zu Fragen der Studienplatzwahl oder zum Fachwechsel, Zugangsvoraussetzungen oder Numerus Clausus, bei sporadischen Lern- und Arbeitsschwierigkeiten oder zur Studienfinanzierung. Es gibt spezielle Beratungsangebote zum Studieren mit Kind – oder mit Behinderung. Geflüchtete erhalten eine Beratung zusammen mit dem International Office.

Kontakt Zentrale Studienberatung:

Gießen: 0641 309-7777  |  Friedberg: 06031 604-7777