Tauschen sich im „Career Talk“ auf Einladung von Desirée Jost von ProTHM (li.) über das Thema Forschung an der THM aus (ab 2.v.li.): Dr. Christina Zinecker, Emily Härtel, Prof. Dr. Michael Guckert, Prof. Dr. Saskia Kraft-Bermuth und Prof. Dr. Peggy Schlupp.  Wie arbeiten Professorinnen und Professoren an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW)? Interessierte erhalten in der Gesprächsreihe „Career Talks“ genau darin Einblicke. In der jüngsten Podiumsdiskussion ging es um das Thema Forschung im Rahmen einer HAW-Professur.

In der von ProTHM organisierten Podiumsdiskussion sprachen Prof. Dr. Saskia Kraft-Bermuth, Prof. Dr. Peggy Schlupp, Prof. Dr. Michael Guckert und Dr. Christina Zinecker über den Arbeitsalltag als HAW-Professorin und HAW-Professor und die Forschungsmöglichkeiten an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Dr. Kraft-Bermuth ist Professorin im Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik. Ihre Fachgebiete sind Atom- und Kernphysik, Strahlenschutz und Detektoren. Dr. Schlupp arbeitet als Professorin am Fachbereich Life Science Engineering und leitet dort die Arbeitsgruppe „Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie“. Im Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung lehrt und forscht Dr. Guckert als Professor für Wirtschaftsinformatik und Künstliche Intelligenz. Dr. Zinecker leitet das Referat für Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs.

Neben den persönlichen Werdegängen der Diskussionsteilnehmenden lenkte Moderatorin Emily Härtel die Diskussion auf die Besonderheiten der Forschung an einer HAW. Dabei machten die Teilnehmenden deutlich, dass Forschung hier mittlerweile selbstverständlich sei – und für sie mehr Berufung als Beruf. Mit Blick auf den Unterschied zu den Universitäten hob Prof. Dr. Kraft-Bermuth hervor: „Die HAW denkt die Anwendung mit. Dies steht bei Unis weniger im Fokus“. Prof. Dr. Schlupp ergänzte, dass die Zusammenarbeit mit Universitäten in „guten Partnerschaften“ erfolge. Es werde auf Augenhöge geforscht und sie werde als HAW-Kollegin als „kompetente Partnerin wahrgenommen".

Prof. Dr. Guckert zeigte sich überzeugt davon, dass die Forschung an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften künftig an Bedeutung gewinne und auch die Eigenständigkeit weiterhin wachsen werde. Vor allem die angewandte Forschung würde durch die praktische Relevanz für Wirtschaft und Gesellschaft hochaktuell bleiben: „Transferprojekte werden immer mehr gefordert. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben hier in der Forschung eine starke Position.“ Durch den Brückenschlag von angewandter Forschung in die Praxis eröffneten sich zudem für Studierende Einblicke in praxisnahe Forschungsthemen. Dies schlage sich auch in Abschlussarbeiten an der THM nieder.

Dass Forschung in diesem Umfeld auch Herausforderungen mit sich bringt, wurde ebenfalls thematisiert. Das höhere Lehrdeputat im Vergleich zu Universitäten, an einer HAW sind das 18 Semesterwochenstunden, und die geringere Mittelausstattung für Personal fielen hierbei besonders ins Gewicht. Es gibt jedoch auch Entlastung für Forschende an der THM. „Wir möchten, dass unsere Forschenden forschen und nicht von der Administration davon abgehalten werden“, betonte Dr. Zinecker. „Die THM legt großen Wert auf hilfreiche Unterstützung. Dies wird durch ein motiviertes Team in der zentralen Verwaltung sichergestellt.“