Heike Fritzsche von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sprach zum Thema „Diskriminierung an der Hochschule erkennen und dagegen aktiv werden“. „Antidiskriminierungsarbeit an Hochschulen“ lautete der Titel einer Fachtagung an der TH Mittelhessen in Gießen. Die THM hatte 2017 als erste deutsche Hochschule eine Einrichtung gegründet, die Studentinnen und Studenten Hilfe bietet, wenn sie sich aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, Religion oder Weltanschauung diskriminiert fühlen. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert die „Beratungsstelle für Studierende bei interkulturellen Konflikten“ (Biko) bis 2020 mit insgesamt 320.000 Euro. Nach zwei Jahren zog die Hochschule Bilanz.

In seiner Begrüßungsansprache äußerte THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems den Willen, jegliche Diskriminierung zu bekämpfen. Dies komme unter anderem im Verhaltenskodex, im Leitbild und in den Leitsätzen der Hochschule zum Ausdruck. Die Biko nannte er einen wichtigen Ansprechpartner für alle, die sich diskriminiert fühlen.

Hessens Sozialminister Kai Klose stellte die Antidiskriminierungsstrategie der Landesregierung vor.„Diskriminierung erzeugt ein Gefühl der Ausgrenzung und Abwertung“, betonte Hessens Sozialminister Kai Klose. Die hessische Landesregierung wolle den gesellschaftlichen Zusammenhalt gestalten und deutlich machen: „Alle gehören dazu.“ Das Land verfolge deshalb eine Antidiskriminierungsstrategie, die auf Vielfalt und Akzeptanz setzt.„Antidiskriminierungspolitik ist nicht weniger als Menschenrechtspolitik“, so der Minister.

Von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes war Heike Fritzsche zu Gast. Die wissenschaftliche Referentin Im Referat Forschung und Grundsatzangelegenheiten sprach zum Thema „Diskriminierung an der Hochschule erkennen und dagegen aktiv werden“. Über das Engagement der Antidiskriminierungsstelle der Frankfurter Goethe-Universität berichtete Jana Arnold.

Gonca Sariaydin stellte die Biko-Arbeit der vergangenen beiden Jahre vor. Bisher hat es knapp 130 Beratungsfälle gegeben. Ein Drittel der Ratsuchenden waren Hochschulmitarbeiter. Die Anlaufstelle, so die Diplom-Pädagogin, habe eine Lücke im Unterstützungsangebot der THM geschlossen. Neben der Beratung sind auch Workshops für Tutoren und studentische Mitarbeiter sowie Schulungen im Angebot. Die Zentrale Studienberatung und das International Office haben diese Möglichkeit bereits wahrgenommen. Die Sensibilisierung der Hochschulmitglieder durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit ist für Sariaydin ebenso wichtig wie die Gremienarbeit und die interne Vernetzung an der Hochschule. Eine Diskussionsrunde schloss die Fachtagung ab.