Nachhaltigkeit im Stahlbau, die Friesenbrücke – Europas größte Hub-Drehbrücke für den Eisenbahnverkehr – und Brandschutz durch Feuerverzinken: Die erste Fortbildungsveranstaltung zum Thema Stahlbau, die die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und die Universität Siegen gemeinsam organisiert haben, hatte einige interessante Programmpunkte für die Fachwelt zu bieten.
Prof. Dr.-Ing. Bertram Kühn, Experte für Stahl-, Verbund- und Brückenbau an der THM und Prof. Dr.-Ing. Daniel Pak, Inhaber des Lehrstuhls für Stahlbau und Stahlverbundbau an der Universität Siegen, hatten die Idee zur neuen Plattform für den fachlichen Dialog im Stahlbau. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit und mit sieben Beteiligten im Organisationsteam luden sie zahlreiche Fachleute aus Hochschulen und Praxis ein. Diese präsentierten sich mit einem Stand vor Ort oder trugen mit einem Vortrag zum Gelingen der Auftaktveranstaltung bei. Premiumpartner und maßgeblicher Unterstützer der Veranstaltung, sowohl finanziell als auch ideell, war die Stahlbaufirma Christmann & Pfeifer Construction GmbH & Co. KG.
Prof. Dr.-Ing. Kühn konnte über 130 Gäste an der THM in Gießen zu „Stahlbau im Fokus“ begrüßen. Sie informierten sich über Innovationen und Trends, tauschten sich aber auch rege in den Pausen und im abschließenden Get-Together aus.
THM-Doktorandin Kristina Bergner-Zimmermann konnte erstmals zählbare Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit einem größeren Fachpublikum präsentieren. Sie will herausfinden, wie die Wiederverwertungsquote von Stahlbauteilen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit erhöht werden kann. Ihre ersten Ergebnisse dazu sind bereits vielsprechend. Positiv aufgenommen haben die Teilnehmenden auch die Erkenntnisse von Prof. Dr.-Ing. Martin Mensinger von der Ludwig-Maximilians-Universität München, dass mit einfachem Korrosionsschutz durch Feuerverzinken, was schon seit Jahren gemacht wird, im Nebeneffekt gleichzeitig ohne weitere Maßnahmen oder Kosten auch den Feuerwiderstand erhöht werden kann.
„Für mich ist eine echte Herzensangelegenheit wahr geworden, nämlich den Beteiligten im Stahlbausektor in der Mitte Deutschlands eine Weiterbildungs-, Austausch- und Vernetzungsplattform zu bieten“, sagte Kühn. Er und Prof. Pak freuten sich über die große Resonanz, die sie darin bestärkt, die Fortbildungsveranstaltung in der Region zu etablieren. Im kommenden Jahr findet diese an der Universität Siegen statt.