Die globale Wirtschaft ist auf Rohstoffe wie Erdöl, Mineralien oder Agrarprodukte angewiesen. Aber auch weniger sichtbare Ressourcen wie Wissen oder Arbeit sind gefragt, um die ständig wachsende Nachfrage in wohlhabenden Ländern wie Deutschland zu befriedigen. Mit diesem Spannungsfeld beschäftigt sich die Ausstellung „Trotz Reichtum arm“, die bis Mitte Dezember vor dem Friedberger Rathaus und vor dem Gebäude B1 der THM zu sehen ist.
Die interaktive Ausstellung, bestehend aus sieben Exponaten, zeigt, woher die Ressourcen stammen, die wir täglich verbrauchen, und unter welchen Bedingungen sie produziert werden. Sie nimmt die Lebensrealitäten der Menschen in den Blick, auf deren Kosten unser konsumintensiver Lebensstil möglich ist und gibt Denkanstöße, wie jede und jeder zu mehr globaler Gerechtigkeit beitragen kann.
„Ich finde es gut, dass wir uns mit diesem aktuellen Thema auseinandersetzen – und das direkt vor dem Rathaus“, sagte Friedbergs Bürgermeister Kjetil Dahlhaus bei der Eröffnung. Der Standort sei ideal, weil dort täglich viele unterschiedliche Menschen vorbeikämen. Er dankte zudem der THM für die enge Zusammenarbeit. Auch Prof. Dirk Metzger, THM-Vizepräsident für strategische Bauplanung und Nachhaltigkeit, bezeichnete das Thema der Ausstellung als „existenziell“: „Die Menschen, die den formalen Reichtum besitzen, profitieren oft am wenigsten davon – ein Dilemma, das uns die Ausstellung vor Augen führt.“
Die Ausstellung thematisiert die Kämpfe um Land, Menschenrechte und würdige Lebensbedingungen, die mit dem An- und Abbau der Rohstoffe einhergehen, sowie Fragen nach globaler Ressourcengerechtigkeit. Mit vielen beweglichen Elementen – wie Gucklöchern, Klappen, Schätzspielen, Puzzles oder interaktiven Karten – laden die Exponate zu einer spielerischen Auseinandersetzung ein.
„Es ist wichtig, für dieses Thema zu sensibilisieren – bei Hochschulangehörigen, Studierenden, Schülerinnen und Schülern“, betonte Prof. Holger Rohn, Nachhaltigkeitsbeauftragter der THM und Mitglied des Organisationsteams. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Ringvorlesung „Verantwortung Zukunft“, die ab dem 5. November ebenfalls Themen wie Rohstoffverbrauch und Gemeinwohl-Ökonomie aufgreift.
Hinter der Wanderausstellung, die auch schon mal auf dem Gießener Campus zu sehen war, steht der Verein Motivé, der sich mit Bildungsprojekten und kreativen Formaten für globale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und einen bewussteren Umgang mit Ressourcen einsetzt.
Bis Mitte Dezember können sich Interessierte sowohl am Campus Friedberg in der Wilhelm-Leuschner-Straße vor dem Gebäude B1 als auch auf der Grünfläche vor dem Rathaus über die Themen rund um Ressourcengerechtigkeit informieren. Alle sieben Aktionswände sind öffentlich zugänglich.