Prof. Dr. Matthias WillemsTrotz scharfer Kritik aller hessischer Hochschulen ist der Hochschulpakt für die Jahre 2026 bis 2031 auch von der THM unterzeichnet worden. Die Landesregierung lässt die Hochschulhaushalte in den kommenden Jahren spürbar schrumpfen: Im Jahr 2026 sinkt das Gesamtbudget um rund 30 Millionen Euro, bevor der Etat 2027 wieder auf das Niveau von 2025 zurückkehrt und von 2028 an moderat wächst. Konsolidierung und Personalabbau sind nicht zu vermeiden, da insbesondere die anstehende Tariferhöhung von 5,5 Prozent nicht ausgeglichen wird. Die Planungssicherheit für sechs Jahre und die Erkenntnis, dass es nicht mehr Geld von der Landesregierung geben wird, hat letztlich auch die THM zur Unterschrift bewogen.

„Wir nehmen den Sparzwang der Landesregierung ernst, sehen aber die finanziellen Mittel als völlig ungenügend an“, betont Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen. „Eine strukturelle Unterdeckung in zweistelliger Millionenhöhe zwingt uns zu einem fast kompletten Stellenstopp. Dennoch hätten wir ohne Unterschrift massive Planungsunsicherheit und zusätzliche finanzielle Nachteile in Kauf nehmen müssen.“

Über die sechsjährige Laufzeit entsteht an der THM ein Fehlbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die genaue Höhe wird aktuell gemeinsam mit Fachbereichen und Verwaltung kalkuliert – und die sich daraus ergebenden Konsequenzen formuliert. Das Präsidium hat dabei einen klaren Zeithorizont: Entscheidungen zur Personalausstattung und zum Studienangeboten werden im Dialog bis Herbst abgestimmt.

„Wir steuern auf eine Zeit mit knapperen Budgets zu und müssen dabei manche Studiengänge straffen oder nur noch jährlich anbieten“, erklärt Willems weiter. „Dennoch bleibt die Qualität unserer Lehre oberste Priorität. Digitale Formate, interdisziplinäre Kooperationen und Prozessoptimierungen sollen helfen, Mitarbeitende zu entlasten und Studierende optimal auf das Berufsleben vorzubereiten.“ Lobend hebt er hervor, dass im Pakt Einzelprogramme wie Förderungen durch hessian.AI und Teile des Digitalpakt Hochschulen in ein flexibleres Sockelbudget überführt werden, was zumindest bürokratische Erleichterungen bringe.

Mit einer zurückhaltenden Einstellungspolitik und einem konservativen Sachmittel-Ansatz hat die THM bereits seit Jahresbeginn auf das sich abzeichnende Ergebnis der Pakt-Verhandlungen reagiert. Studierende und Mitarbeitende spüren die Einschnitte voraussichtlich erst ab 2026: Die Reduzierung von Hilfskraftstellen und Einschränkungen der Sachmittel werden graduell umgesetzt. Der Dialog mit Senat, Personal- und Studierendenvertretung bleibt intensiv; alle Sparmaßnahmen werden transparent kommuniziert.

„Wir blicken besorgt, aber nicht resigniert auf die kommenden Jahre“, unterstreicht Präsident Willems. Insbesondere die vergangenen Wochen hätten auch ein positives Gemeinschaftsgefühl erzeugt: An der vom AStA organisierten Demonstration für eine bessere Finanzausstattung etwa hätten auch Präsidium, Personalrat, Verwaltung und Lehrende teilgenommen. „Gemeinsam mit unseren Studierenden und Mitarbeitenden werden wir diesen Engpass meistern – mit klarem Fokus auf herausragende Lehre und Zukunftsfähigkeit.“

  • Die Pressemitteilung und Perspektive des HMWK findet sich hier.
  • Der Hochschulpakt 2026-2031 steht als PDF zum Download zur Verfügung.
  • Auch die Protokollnotiz der Hochschulen zum Pakt liegt als PDF vor.