Volles Forum Volksbank: Mehr als 125 Mitarbeitende, Lehrende und Studierendenvertreter führen den Strategieprozess „Zukunft.THM“ in die nächste Phase. Foto: THMUnter dem Titel „Zukunft.THM“ sammelt die Technische Hochschule Mittelhessen seit mehr als einem Jahr Ideen, wie sie sich für die nächste Dekade aufstellen möchte. Auf einer Zukunftskonferenz haben 26 gemischte Teams aus Mitarbeitenden aller Bereiche Ideen präsentiert und bewertet, nun geht es in Experimentierräumen an die Umsetzung.

Ein Fitnessstudio für Friedberg, Multifunktionsräume für Lehre und Besprechungen, Änderungen im Intranet, zukunftsweisende Lehrformate oder ein Welcome Center für internationale Studierende: Die Ideen für die Zukunft der THM sind so vielfältig wie ihre Mitarbeitenden. Insgesamt 26 Vorschläge aus sieben Kategorien wurden bei der Zukunftskonferenz der THM vorgestellt, die im Forum Volksbank stattfand und die „Halbzeit“ im Strategieprozess „Zukunft.THM“ markiert. Begonnen hatte dieser, präsidiumsseitig getragen von Prof. Dr. Katja Specht und Prof. Dirk Metzger, im Frühjahr 2023 als Fortsetzung des Strategieprozesses, der bereits unter breiter Beteiligung der Hochschulöffentlichkeit umgesetzt wurde.

Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung von Studium und Lehre, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, dass beides durch Mitarbeitende aller Bereiche getragen wird. Prof. Dr. Anja Grothe und Matthias Teller von Sustainum Consulting begleiten und moderieren diesen Prozess seit dem Auftakt in Friedberg kontinuierlich. Anfangs ging es darum, Potenziale, aber auch Schwachstellen im bestehenden Profil der THM zu identifizieren. Im Gespräch mit Stakeholdern und durch Workshops in den Fachbereichen wurden Verbesserungs- und Entwicklungsvorschläge herausgearbeitet, die nach einer Transferkonferenz im Januar im Rahmen eines Ideenwettbewerbs zu den 26 Vorschlägen kondensiert wurden.

Mitarbeitende der THM diskutieren eine der Zukunftsideen: eine Matrix zur Deputatsanrechnung von besonders innovativen Lehrformaten. Foto: THMDie Gruppen standen dabei bewusst nicht in inhaltlichem Austausch – so haben sie Ideen wie etwa multifunktionale Räume mehrfach entwickelt. In Konzeption, Anzahl und Verteilung unterscheiden diese sich zwar, im Kern geht es jedoch darum, öffentliche Hochschulbereiche zu schaffen, die ohne viel Bürokratie für unterschiedliche Anforderungen genutzt werden können: als Ruhezone, als kleine Seminarräume, als Gruppen- oder Einzelarbeitsplätze. So kristallisierte sich der Bedarf an derartigen Flächen deutlich heraus. Eine Realisierung ist also wahrscheinlich.

Mit Abstand am meisten Zuspruch im Voting der Teilnehmenden fand allerdings das „Intrawiki 2.0“, eine Ideensammlung zum Update und zur Weiterentwicklung des Intranets der Hochschule, über das schon heute viele Informations- und Verwaltungsprozesse umgesetzt werden. Knapp dahinter stand die „Matrix innovative Lehrveranstaltungsformen“, deren Konzept vorsieht, moderne Formen der Lehre bei der Anrechnung des Deputats stärker zu berücksichtigen. Die Weiterentwicklung einer seit 2017 bestehenden Idee fand ebenfalls breite Zustimmung: Seit damals vermitteln sogenannte „Mittagsimpulse“ kurze Anreize aus dem Thmenkomplex Lehren und Lernen. Eine neue dauerhafte Reihe der Impulse könne nun dazu dienen, dass Fachbereiche und Verwaltungseinheiten in regelmäßigeren Austausch treten, um Neuerungen und Dienstleistungen vorzustellen.

Das Voting der Mitwirkenden ist keine finale Entscheidung. Zuvor nimmt sich eine Jury aus Mitgliedern von Präsidium, Senat, Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Positionen an. Zudem muss nach Umsetzbarkeit gewichtet werden – es gibt keinen Fördertopf, aus dem die Projektideen unmittelbar realisiert werden können. Einige Vorschläge ließen sich aber in bestehende Förderkulissen, etwa zur Verbesserung von Studium und Lehre oder in bauliche Vorhaben, einplanen. Die ersten Vorschläge gehen noch im Juli in eine „Experimentierräume“ genannte Probephase, bevor auf einer zweiten Zukunftskonferenz im Frühjahr 2025 Bilanz gezogen wird.