Die Eigenständigkeitserklärung umfasste bisher nur die StaubachVersicherung, dass die Studierenden die Arbeit eigenständig verfasst haben und die Arbeit in gleicher Form bisher noch nicht eingereicht wurde. Sie ist Bestandteil jeder schriftlichen Prüfungsleistung wie Thesis oder Seminararbeit und muss einheitlich für jedes Modul gestaltet sein, auch wenn es unterschiedliche Betreuerinnen und Betreuer/Dozentinnen und Dozenten in einem Modul gibt.

NEUE EMPFEHLUNG: Die Eigenständigkeitserklärung sollte nun auch den Hinweis auf zulässige Hilfsmittel im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) in Form einer Übersicht umfassen, um Verbindlichkeit und Transparenz bei Studierenden zu schaffen.

Warum die Übersicht der Zulässigkeit von KI-Anwendungen in schriftlichen Prüfungen

  • Die Übersicht mit den Hilfsmitteln ist in unserer AG zum Umgang mit Täuschungen und Plagiaten entwickelt worden, um einen differenzierten Umgang mit KI an der THM zu empfehlen. Der Einsatz von KI ist in vielen Berufsbildern in der Praxis bereits üblich. Um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten, ist der Umgang mit KI-Hilfsmitteln/Tools für viele Studierende sinnvoll zu erlernen, auch im Rahmen von schriftlichen Ausarbeitungen. Gleichzeitig müssen zentrale Elemente des Forschungsprozesses von den Studierenden eigenständig erfolgen, um die individuelle Fähigkeit zur fachlichen Durchdringung, Analytik, Reflexion und Weiterentwicklung eines komplexen Themas zu fördern und bewerten zu können. Deswegen empfehlen wir den Einsatz von KI differenziert nach Phasen im Forschungsprozess.
  • Die Tabelle hat unterschiedliche Ankreuzmöglichkeiten und kann einfach an die vielen unterschiedlichen Fachrichtungen und Wünschen der Dozentinnen und Dozenten an der THM angepasst werden. Die angegebenen Beispiele für KI-Hilfsmittel wie „Connected Papers“ sollen bei der Orientierung helfen. Wenn Hilfsmittel erlaubt sind, müssen Studierende diese für bestimmte Anwendung kenntlich machen. Um das richtig zu tun, gibt es die „EMPFEHLUNG zur Kenntlichmachung KI-generierter Inhalte in schriftlichen Prüfungen“.
  • Es war der AG sehr wichtig, alle Empfehlungen so fortschrittsoffen, einfach und übersichtlich wie möglich für die Studierenden zu machen. Da z.B. die Diskussion mit Kommilitoninnen und Kommilitonen zum Thesis- Thema und das Korrekturlesen des befreundeten Sprachwissenschaftlers in der Vergangenheit nicht angegeben werden mussten, empfehlen wir auch den Verzicht innerhalb der THM auf Kenntlichmachung von KI-Tools wie „Chat GPT“ zur Ideengenerierung und „Deepl Write“ zur Textverbesserung und haben eine erlaubte/weiße Liste an Hilfsmitteln wie „Citavi“ erarbeitet, die trotz KI-Elementen ohne jede Kennzeichnung durchgehend im Forschungsprozess verwendet werden dürfen.

Prozess: Angaben zu den zulässigen Hilfsmitteln müssen die Modulverantwortlichen machen. Bei den Thesen können dies die Prüfenden in Abstimmung mit dem Modulverantwortlichen abstimmen. Der Studierende muss wie bisher die (nun längere) Eigenständigkeitserklärung nach Vorgaben seines Fachbereichs unterschrieben beifügen, es entsteht kein neuer bürokratischer Aufwand. Zudem sollte die Betreuungsperson den Studierenden vor Beginn der Arbeit den für das Modul zulässigen Einsatz und die Kenntlichmachung von Hilfsmittel erläutern. Die Eigenständigkeitserklärung mit der ausgefüllten Übersicht sowie die „Empfehlung der THM zur Kenntlichmachung von Künstlicher Intelligenz“ sollte in Moodle hinterlegt sein, damit sich Studierende über den Stand der zulässigen Hilfsmittel und deren richtiger Kennzeichnung in dem Modul einfach informieren können.

Limitationen und allgemeine Empfehlungen: Den Nachweis des Einsatzes von KI an Stellen des Forschungsprozesses, die nicht zulässig sind oder eine nicht erfolgte Kenntlichmachung zulässiger KI ist für Prüfende derzeit sehr schwer möglich, auch nicht beim Einsatz von entsprechender Software wie „Turn it in“ etc.. Bei schriftlichen Prüfungsleistungen wie Thesen empfehlen wir eine empirische Forschung des Studierenden, Praxisprojekte mit Unternehmen, regionale, branchenbezogene und allgemein stark spezifische, fokussierte Themen, um die Eigenleistung der Studierenden zu fördern. Bei einer engen Betreuung kann auch die studentische Leistung während des Erstellungsprozesses stärker in die Bewertung einfließen.

Verfasserin:

Prof. Dr. Juliane Staubach
Fachbereich WIRTSCHAFT | THM Business School